El Bar – Immer tiefer in den Dreck

Ein Gast macht Anstalten zu bezahlen. Amparo kassiert ihn ab und er verlässt die Bar durch die gläserne Vordertür. Als er den ersten Schritt auf den gepflasterten Gehweg setzt, fällt ein Schuss. Der Mann fällt blutend zu Boden. Aufregung entsteht in der Bar. Alle drängen sich an die Glastür, um zu sehen, was passiert ist. Der Platz vor der Bar ist urplötzlich menschenleer.

Pokot – Ein Schuss ins Leere

Mit welchem Recht dürfen Menschen Tiere töten? Duszejko schaut den Pfarrer eines trostlosen Bergdorfes an der polnisch-tschechischen Grenze tief in die Augen. „Gott hat sie dem Menschen untergeordnet“, lautet seine Antwort. Das ist kein Argument, nicht für Duszejko, die an Astrologie glaubt, nicht aber an Gott. Tränen schießen ihr in die Augen. Der Pfarrer ist in diesem polnischen Wettbewerbsbeitrag der Berlinale erschreckend böse zu ihr. Das hat einen Grund, auch er schießt gerne auf Tiere. Wie alle Männer im Dorf.
Bloody Nose, Empty Pocket

A Place of Broken Dreams – „Bloody Nose, Empty Pockets“ von Turner und Bill...

„We hold these truths to be self-evident” ― unter diese Prämisse verbringen wir einen Tag in einer Spelunke abseits der Casinos von Las Vegas.

Es war einmal in Deutschland – Humor hilft

Frankfurt am Main, 1946. Hitler ist tot, aber sie leben noch. David Bermann und seine jüdischen Freunde träumen vom Leben in Amerika. Um das nötige Geld für die Überfahrt zu besorgen, brauchen sie eine gute Idee. Was benötigen die Deutschen jetzt am dringendsten? Wäsche. Zusammen wollen sie das Wäsche-Geschäft von Davids Eltern wiederbeleben. Mit sehr viel Einfallsreichtum wickeln sie ihre Kundschaft um den Finger. Das Geschäft läuft. Doch die Vergangenheit ist nicht vergessen.

Berlinale: Von der Zensurbehörde gefördert – Li Ruijuns „Yin Ru Chen Yan“/ „Return to...

Youtie Ma lebt ein schweres und abgeschiedenes Leben in einem nordchinesischen Dorf. Weil er noch unverheiratet ist, arrangieren seine Verwandten eine Ehe mit Guiying Gao. Sie ist schweigsam und kämpft mit den Folgen schwerster Misshandlung. Was die beiden eint, ist eine besondere Sicht auf die Welt – für den Film von Li Ruijun Fluch und Segen zugleich.

Marijas Klusums: Ein Schweigen wird gebrochen

Eine dunkle Geschichte lässt das Publikum in eine aktuelle Welt eintauchen und nachdenklich, aber auch mit Neugier und Fragen an den Regisseur zurück. Der einfühlsam durch Davis Simanis erzählte Film lässt an der persönlichen Geschichte und Entwicklung der Lettin Maria Leikos teilhaben. 

The Grand Budapest Hotel

“The Grand Budapest Hotel“ eröffnet die 64. Berlinale mit einem Paukenschlag. Wes Anderson entwirft ein märchenhaftes Kuriositätenkabinett mit Schauspielern, die auf einzigartige Art und Weise Tragik und Komik so zu vereinigen wissen, dass der Zuschauer mit einem melancholischen Schmunzeln zurückbleibt.

Don Jon’s Addiction

Geschrieben von Susanna Ott Berlin, 16. Februar 2013 Jon Martello ist ein Aufreißer. Wenn er in einen Club geht, begrüßen seine Freunde ihn mit "Don", für Frauen hat er eine Bewertungsskala von eins bis zehn. Regelmäßig nimmt er eine Acht oder Neun mit nach Hause – nur eine Zehn ist ihm noch nicht begegnet.
Berlinale

Das UnAuf Ranking zur 70. Berlinale – Wettbewerb

Unser persönliches Ranking der Wettbewerbsfilme der 70. Berlinale. Never Rarely Sometimes Always auf Platz eins, dicht gefolgt von den deutschen Produktionen Undine und Berlin Alexanderplatz. 

Berlinale: Was kann die Liebe verkraften in „Drii Winter“ von Michael Koch

Marco kann sein Glück nicht fassen. Er und Anna sind ein Paar, doch das gemeinsame Glück wird gleich zu Beginn durch den Spott der alteingesessenen Dorfgemeinschaft gestört. Als in Marcos Gehirn dann auch noch ein Tumor diagnostiziert wird, scheint das Schicksal der zwei Liebenden besiegelt. Micheal Kochs Film „Drii Winter“ bricht mit dieser gängigen Erzählkonvention und wagt sich an das Drama hinter der Diagnose.

The Monuments Men

Die Aufgabe, vor der George Clooney bei der Verwirklichung seines nun auf der Berlinale präsentierten Filmes stand, war ebenso monumental, wie dessen Titel schon vermuten ließ: Für "The Monuments Men" schrieb Clooney als Co-Autor das Drehbuch, führte Regie, wirkte als Co-Produzent und war zugleich Hauptdarsteller. Der Film, der in Zusammenarbeit mit den Filmstudios Babelsberg größtenteils in Deutschland gedreht und produziert wurde, basiert auf wahren Gegebenheiten und greift die Geschichte von rund 350 ganz besonderen alliierten Soldaten im Zweiten Weltkrieg auf.

On Body and Soul – Was haben wir heute Nacht geträumt?

Nacht für Nacht treffen sich Hirsch und Hirschkuh mitten im Wald. Er, der nur selten aufschaut und sonst sein prächtiges Geweih senkt, um an das Gras unter dem Eis zu gelangen. Sie, scheu und fast starr im Schnee. Außer der Stille ist da nur ihr behutsames Atmen. Nacht für Nacht treffen sich Mària und Endre am selben Ort und im selben Traum.

Helsinki, die Sonne geht auf

Ein alter Finne und ein junger Syrer sitzen in einem Sushi-Restaurant in Helsinki. Das ist nicht der Anfang eines schlechten Witzes. Das ist eine Szene aus einem Film, mehr noch, aus einem Meisterwerk. „Toivon tuolla puolen“ von Aki Kaurismäki ist der beste Film der diesjährigen Berlinale.

Ana, mon amour – Zwischen Liebe und Wahnsinn

Im Mittelpunkt des Films steht die Beziehung zwischen Toma und Ana. Die beiden lernen sich während eines gemeinsamen Literaturstudiums kennen, und dass mit Ana etwas nicht stimmt, erfährt Toma gleich bei ihrem ersten Date: Sie leidet unter heftigen Panikattacken, ist psychotisch und verlässt teilweise tagelang nicht ihre Wohnung. Bei einem Disput über Nietzsches Moralphilosophie wird Toma das erste Mal mit einem ihrer Anfälle konfrontiert: Ana hat ihre Pillen vergessen, woraufhin ihr panisch die Luft wegbleibt.

Deutscher Filmpreis: Die Nominierungen

Der Deutsche Filmpreis, die LOLA, wird seit 1951 verliehen und ist die renommierteste und höchst dotierte Auszeichnung für den Deutschen Film. Der Preis wird von Monika Grütters, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien verliehen. Die Abstimmung über die Gewinner erfolgt durch die rund 1800 Mitglieder der Deutschen Filmakademie. Jetzt schon freuen kann sich Fack Ju Göhte 3 von Bora Dagtekin, der als besucherstärkster Film bereits feststeht.

Tu me abrasas auf der Berlinale: Pavese, Sappho und die Kettensäge

In dem mit einfachsten Mitteln produzierten Essayfilm Tu me abrasas (You burn me) des argentinischen Regisseurs Matías Piñeiro geht es an der Oberfläche um die antike lesbische Lyrikerin Sappho und den italienischen Schriftsteller Cesare Pavese. Untergründig ist er ein Lehrstück über die Komplexität von Leben, Lieben und Literatur – und gegen die Verlockung der allgegenwärtigen Simplifizierungen.

Small Things Like These: Cillian Murphy spielt erste Geige auf der Berlinale

"Small Things Like These" hat die Ehre, die Berlinale 2024 zu eröffnen.

Matt and Mara: Akademiker ohne Ausdruck

Matt (Matt Johnson) und Mara (Deragh Campbell) sind beide Autoren und Freunde aus Studienzeiten. Ihre Wege kreuzen sich wieder, als sie an einer Universität in Kanada, vermutlich in Toronto, zufällig zu Arbeitskollegen werden.

Hardcore – kein besonders guter Film

Hardcore war kein besonders guter Film. Aber er war ab 18, und ich war es nicht. Was also machen? Nachdem ich bei Django Unchained als 15-Jähriger mit Mamas Erlaubniszettel kläglich gescheitert war, musste diesmal ein anderer Plan her. Nur blöd, dass es Sommer und 20 Grad im Schatten war - mit Verkleidung wäre ich zerflossen. Meine geheime Hoffnung: in der Menge meiner drei volljährigen Freunde ginge ich schon unter, da vermutet doch keiner einen kleinen 17-Jährigen, der auch cool sein möchte. An der Kinokasse angekommen hatte ich bereits einen Plan B im Kopf. So oder so würde es heute zum Regelbruch kommen.

BERLINALE-KRITIK: Don’t worry, he won’t get far on foot – eine emotionale Rollstuhlfahrt

Über einen Gehsteig irgendwo in LA fährt ein Rollstuhlfahrer. Besser gesagt: er rast. Bäumen und Passanten weicht er geschickt aus, die Bordsteine nimmt er meist lässig mit. Sein Fahrstil hat etwas von Autoscooterfahren. Die Ausstrahlung des Mannes, der verschmitzt grinst, wenn er eine alte Dame mit Krückstock überholt, schwankt zwischen Lebensmüdigkeit und unaufhaltbarer Lebensfreude.