Start Autor*innen Beiträge von Nils Katzur

Nils Katzur

58 BEITRÄGE 0 KOMMENTARE

Wann sind wir alle Scheinfrei?

Leistungsnachweise aus Papier sind an manchen Instituten der Humboldt-Universität noch immer die Regel. Während der Pandemie pochte die HU auf eine Digitalisierung des Lehrbetriebes. Die Scheine aber blieben. Warum ist das so? Und ab wann können wir uns endlich von der ständigen Angst vor fehlenden Unterschriften verabschieden?

Berliner Hochschulgesetz: Systemwechsel oder „weiter so‟?

Die Debatte um das novellierte Berliner Hochschulgesetz ist schwer zu durchschauen. Was bedeutet die prekäre Lage, in der sich die Wissenschaft befindet, eigentlich für die Lehre an der Universität?

„Es wird Zeit, dass wir wieder alle Referate besetzt bekommen!‟

Der Studierendenverband Die Linke.SDS saß im letzten Studierendenparlament mit zwei Mandaten. Man wollte sich mehr auf studentische Aktionen fokussieren und weniger auf das Studierendenparlament. Bei der diesjährigen Wahl stehen 14 Namen auf ihrer Liste und der Tenor ist ein anderer: Jetzt will der SDS nichts Geringeres, als das StuPa am Laufen halten. Die UnAufgefordert sprach mit den Landessprecher*innen Antonie Schönleber und Nikolas Antoniades, was das zu bedeuten hat.

Kommentar zu StuPa Sitzungen: Keine Lust mehr auf Hochschulpolitik

Wer die öffentlich zugänglichen Sitzungsprotokolle des Studierendenparlaments der Humboldt-Universität liest, sieht vor allem geplante Beschlüsse und Tagesordnungspunkte. In der Realität war von einem beschlussfähigen Parlament jedoch wenig zu sehen. Die Politikverdrossenheit wird nicht nur bei der Studierendenschaft immer größer, sie zeigt sich auch im demokratischen Selbstverständnis der StuPa-Mitglieder.  

Eine neue Erinnerungskultur für die HU: Die neue Ahnengalerie

Im Foyer vor dem Senatssaal der Humboldt-Universität finden sich neue Gesichter. Die Nobelpreisträger in ihren ehrwürdigen Posen und in ihren großen, rechteckigen Rahmen wichen Philosoph*innen und Vordenker*innen, die dem heutigen Verständnis von Universität gerechter werden. Die HU gedenkt endlich jenen, die für einen akademischen Habitus einstanden, der bis heute nachwirkt und auf den die HU stolz sein sollte. Denn Humboldtianer*innen sind eben nicht nur alt, weiß und männlich.

Berlinale: Was kann die Liebe verkraften in „Drii Winter“ von Michael...

Marco kann sein Glück nicht fassen. Er und Anna sind ein Paar, doch das gemeinsame Glück wird gleich zu Beginn durch den Spott der alteingesessenen Dorfgemeinschaft gestört. Als in Marcos Gehirn dann auch noch ein Tumor diagnostiziert wird, scheint das Schicksal der zwei Liebenden besiegelt. Micheal Kochs Film „Drii Winter“ bricht mit dieser gängigen Erzählkonvention und wagt sich an das Drama hinter der Diagnose.

Berlinale: Eine Konfrontation mit der Angst in Erin und Travis Wilkersons...

Travis Wilkerson lebt mit einer Angst. Seit er denken kann, konfrontierte ihn seine Mutter mit der Bedrohung eines nuklearen Weltkrieges. Als ihn seine Mutter auf eine Reise zu den Atomsilos der US mitnimmt, filmt er sie – und verliert seine Angst. 30 Jahre später, nach der Wahl Donald Trumps, bekommt er wieder Angst und nimmt seine eigene Familie mit in das „schwarze Herz“ Amerikas, mit zu den Abschussrampen der Interkontinentalraketen.

Berlinale: Von der Zensurbehörde gefördert – Li Ruijuns „Yin Ru Chen...

Youtie Ma lebt ein schweres und abgeschiedenes Leben in einem nordchinesischen Dorf. Weil er noch unverheiratet ist, arrangieren seine Verwandten eine Ehe mit Guiying Gao. Sie ist schweigsam und kämpft mit den Folgen schwerster Misshandlung. Was die beiden eint, ist eine besondere Sicht auf die Welt – für den Film von Li Ruijun Fluch und Segen zugleich.

Die Gräuel des Patriarchats in Maryna Er Gorbachs „Klondike“

Irka und ihr Mann Tolik erwarten ein Kind, als eine verirrte Artilleriegranate in ihr Wohnzimmer einschlägt. Ihr bescheidenes Glück im ostukrainischen Gebiet Donezk ist je vorbei. Das Werk der Regisseurin Maryna Er Gorbach handelt von einem Krieg, in dem alle verlieren.

Berlinale: Ein gelungener Umgang mit der Vergangenheit? Maggie Perens „Der Passfälscher“

Perens Film erzählt die Geschichte von Cioma Schönhaus, der einst eine Kunsthochschule besuchen wollte und unter den Nazis Pässe fälschte, um am Leben zu bleiben. Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. Dabei hat Perens Film keine Scheu, Witze über jene Menschen zu machen, die dem Regime bis zum letzten Atemzug die Treue geschworen haben.

Berlinale: Danke für das Glitzersakko – Ulrich Seidls „Rimini“

In den Hotelburgen Riminis stapeln sich Stühle. Der Saal ist freigeräumt für Richie Bravo, seines Zeichens Schlagerstar. Sein Glitzersakko mag ein bisschen angestaubt sein, aber eigentlich ist doch alles cool beim Richie. Er trinkt zu viel und bringt ältere Frauen nach dem Gelegenheitssex um ihr Geld. Wäre da nicht noch seine Tochter, die ihn mit seinem miserablen Leben konfrontiert.

Berlinale: Die Kraft der universellen Mütterlichkeit in „Rabiye Kurnaz gegen George...

Eine besorgte Mutter will ihren Sohn befreien, der in Guantánamo einsitzt. Die Frau aus Bremen Hemelingen schließt sich mit einem Anwalt zusammen und zieht bis vor den Supreme Court der Vereinigten Staaten. Andreas Dresen erzählt in seinem vierten Berlinale-Film die wahre Geschichte um Murat Kurnaz, um staatliche Willkür und politisches Kalkül. Das hierbei Humor eine zentrale Rolle spielt, funktioniert erstaunlich gut.

Viele Visionen und viele Fragen: Die Anhörung der einzig verbliebenen Präsidentschaftskandidatin

Bei der Anhörung des Konzils der Humboldt-Universität stand die Präsidentschaftskandidatin Prof. Dr. Julia von Blumenthal dem Wahlgremium Rede und Antwort. Das novellierte Berliner Hochschulgesetz kam dabei ebenso zur Sprache, wie die überfällige Einrichtung von All-Gender-Toiletten. Dabei blieben jedoch einige Fragen offen, wurden sie doch zum Teil recht vage beantwortet.

Berlinale: „Sonne“ – ein Coming-of-Age-Film, der tiefer geht?

Yesmin ist in Österreich geboren und trägt Hijab. Als sie und ihre Freunde ein Musikvideo in Burkas drehen, wächst aus einem anfänglichen Spaß die Frage nach Identität und toxischer Aneignung. Kurdwin Ayuds Film Sonne zeigt die schwere Zerreißprobe einer jungen Österreicherin mit Migrationshintergrund, die zwischen ihrem Traditionsbewusstsein und der scheinbaren Offenheit ihrer Freundinnen zerrieben wird.

Berlinale: „Everything will be ok“ or not?

Ein Wildschwein erhebt sich zum Herrscher und versklavt die letzten Menschen. Der französisch-kambodschanische Film Everything will be OK erzählt von Totalitarismen und wie wir blindlings in sie hineinfallen können. Er ist vermutlich der experimentellste und damit spannendste Film des Festivals.

„Anwesenheit geht auch mit Zumutungen einher.“

Prof. Dr. Philipp Felsch ist Dozent am Institut für Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität. Er möchte gleich mehrere Seminare in Präsenz veranstalten und hat mit der UnAufgefordert über die neuen Chancen der Präsenzlehre gesprochen. 

Was macht eigentlich… die Black Student Union?

In dieser Ausgabe geht es um die Hochschulgruppe Black Student Union, welche sich im vergangenen Wintersemester unabhängig von der Humboldt-Universität gegründet hat. Ihre Mitglieder wollen auf diskriminierende Situationen am Institut für Asien- und Afrikawissenschaften aufmerksam machen. 

Prolliges Tinder, progressives OkCupid?

Das Angebot von Dating-Apps hat sich in den vergangenen Jahren deutlich vergrößert. Das liegt auch daran, dass die Ansprüche ans Online-Dating gewachsen sind. Tinder für den Casual Sex, Bumble für schüchterne Männer und OkCupid für mehr Diversität: Was ist an diesen Labels dran?

Interview: „Leben, Studium und Arbeit, ich glaube das händle ich einfach”

Kaner Avşar hat vor kurzem als studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Südosteuropäische Geschichte angefangen. Nebenbei arbeitet er für ein Start-up. Trotz der zwei Jobs kann er Studium und Freizeit miteinander vereinbaren. Die Einstellung ist für ihn entscheidend.

#nichtnuronline: Monitore zerschlagen gegen die Online-Lehre

Zum letzten Vorlesungstag des Semesters lädt die Initiative #nichtnuronline zum Protest vor das Hauptgebäude der HU. Unter dem Motto „Macht kaputt was euch kaputt macht“ veranstalten die Organisator*innen eine Kunstperformance.