Start #275 UNGARN IM UMBRUCH

#275 UNGARN IM UMBRUCH

Abgeblätterte Farbe und verwittertes Kupfer verzieren die Fassaden der ungarischen Hauptstadt Budapest. Auf einer ESC-Watch Party treffen wir die Studentin Szófia: „Ich kann orange nicht mehr sehen, ohne an Orbán zu denken. Sowohl die Farbe als auch die Frucht“, erzählt sie. Mit der Wahl von Tisza, dem neuen Ministerpräsidenten Péter Magyar im April 2026 und dem Ende des Orbán-Regimes versuchen die Menschen, sich die Farbe nun wieder anzueignen.

Gestrandet sind wir mit unseren Plänen, nach Marokko zu reisen: aber nicht in der Wüste, sondern in der ungarischen Straßenschlucht. Grund dafür waren dann doch kurzfristig Bedenken zur Sicherheit, die nach ein paar Telefonaten aufkamen. Also doch unbequeme Sitze und zwölf Stunden über den glatten Asphalt – und schon waren wir mitten in der elftägigen Recherche.

Welche Hoffnungen haben die Ungar*innen und wie viel Vertrauen schenken sie der neuen Regierung? Was spielen ungarische Medien für eine Rolle und wie geht es der ungarischen Linken? Diese Fragen haben wir versucht, zu beantworten und außerdem einen genauen Blick auf ungarische Kunst und Kultur geworfen.

Simsalagrimm für Ungarn

„Was ist dein Lieblingsmärchen?“ frage ich zwei Ungaren. Was erzählt uns Folklore über die ungarische Geschichte und nationale Identität?

Waffen machen attraktiv?!

Rechtextremist*innen lieben ihre Waffen. Ob Redneck, Tourist*in oder Sportler*in, aus gewalttätigem Gerät wird Sport. Aber wieso?

Deutsche Nazis in Ungarn – Idylle Plattensee

Viele Deutsche zieht es an den Plattensee: idyllische Dörfer, beeindruckende Natur und nicht zuletzt niedrige Grundstückspreise. Immer mehr Rechtsextreme ziehen an den Balaton, weil sie ihre „deutsche Heimat“ nicht mehr wiedererkennen.

„Die Medienlandschaft wurde ausgebrannt.“

Viele unabhängige Medien mussten unter Orbán um ihr Überleben kämpfen. Ob der neue Präsident Péter Magyar seine Versprechen einhält, bleibt ungewiss. Eine Analyse der ungarischen Medienlandschaft. 

Dance For Freedom: Clubkultur im Widerstand

Als die ungarische Regierung gegen die Budapester Clubszene vorging, trug die Dance for Freedom-Bewegung den politischen Widerstand direkt vor das Parlament.

Schreiben unter Orbán 

Die Schriftsteller*innen Kinga Tóth und Mónika Ferencz waren Teil einer Organisation für junge ungarische Autor*innen. 2019 wurde der Kreis aufgelöst.

Pressefreiheit in Ungarn: „Wir sind zurück in der europäischen Debatte.“

Seit 2011 beobachtet der Jurist, Kommunikations- und Medienwissenschaftler Gábor Polyák die ungarische Presselandschaft.

Hydrofeminismus und Gramsci: Ein linkes College in Budapest

Tagsüber Vorlesung, abends Lesezirkel: In einem selbstverwalteten Budapester College organisieren Student*innen ihren eigenen Lehrplan.

Ein offenes Atelier für Budapest

Wie schafft man einen Ort für Gemeinschaft, politischen Austausch und Kultur fern der Heimat? Das ukrainische Kunstkollektiv Vegyeskereskedés versucht genau das.

Die Jüdische Gemeinschaft Budapest

Die jüdische Gemeinschaft in Budapest ist mit 60 bis 70 Tausend Mitgliedern die größte Europas. Welche Bedeutung hat hier die jüdische Identität?

Kommunale Unabhängigkeit: Das Beispiel Oroszlány

Westlich von Budapest liegt die Kleinstadt Oroszlány. Der ehemalige oppositionelle Bürgermeister Zoltán Lazók spricht über Orbáns Einfluss und den Wahlkampf Péter Magyars.

Antifaschist*innen als Staatsfeinde – Die ungarische Linke und der Fall Maja T.

Maja T. sitzt seit 2023 in Isolationshaft in Ungarn. Wie gehen Ungar*innen mit dem Fall um? Über ungarischen Antifaschismus und die Frage der Solidarität. 

„Hoffnung ist ein Treibstoff“ – Bücher auch

Antonia Burrows betreibt in Ungarn eine feministische Bibliothek. Mit der UnAufgefordert spricht sie über rechte Attacken und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Nachhaltiger leben in der Großstadt

Für uns Menschen, die in Berlin leben und studieren, ist die hitzige Hauptstadt schnell Alltag geworden. Vor allem in den heißen Sommermonaten leidet die Luftqualität ebenfalls stark unter diesen Einflüssen.

Die Stadt ist voll, lasst uns an Bord bleiben

Die sozialistischen Zeiten prägten eine starke Kultur der Organisierung in Ungarn. Gemeinschaftsbasierte Projekte und Institutionen sind in Vielzahl vertreten.

„Wir hatten das Gemüse, die Räder, die Logistik“: Das Degrowth-Projekt Cargonomia

Gutes Leben ohne Wachstum? In Budapest liefert eine Initiative Gemüse per Lastenrad, bildet junge Menschen aus und zeigt, wie Degrowth in der Praxis aussehen kann.

Free SZFE – Eine Universität im Fadenkreuz

Mit seinen Universitätsreformen entzog Viktor Orbán der ältesten Kunsthochschule Ungarns im Herbst 2020 die Autonomie. Studierende und Lehrende antworteten mit einer Besetzung. Wie sieht die Lage heute aus? 

Bangaranga

Zu bunt, zu laut, zu queer? Seit sechs Jahren nimmt Ungarn nicht mehr am Eurovision Song Contest teil. Das heißt aber nicht, dass ihn niemand mehr schaut.