Pedro Almodóvar zählt zweifellos zu den beliebtesten Autorenfilmern unserer Zeit. Sein neuestes Werk enttäuscht zwar in einigen Aspekten, ein Blick darauf lohnt sich allerdings trotzdem.
Der 76-jährige, spanische Kultregisseur widmet sich dieses Mal seinem eigenen kreativen Prozess, dargestellt in Form einer Geschichte über den alternden Regisseur Raúl, welcher an einem neuen Skript tüftelt. Geschickt, aber ohne jede Subtilität, werden die Grenzen zwischen der von Raúl verfassten Geschichte und seinem eigenen Alltag zunehmend verwoben, so dass die Parallelen schon bald nicht mehr zu übersehen sind. Das kreative Ausschlachten realen Unglücks, der Drang, nach wiederkehrendem Erfolg immer noch einen draufsetzen zu müssen, und die schwerwiegenden Folgen eines Lebens „für die Kunst“ werden ausführlich thematisiert. Zwar fühlt man sich als Zuschauer*in über die gesamte Laufzeit hinweg gut unterhalten, aber einen Zugang zu Almodóvars autofiktional aufgeladener Selbstanalyse zu finden dürfte den meisten schwer fallen. Immerhin haben die Probleme des durchschnittlichen Kinogängers bedauerlicherweise wenig gemein mit denen eines millionenschweren Filmemachers. Spätestens wenn Hauptcharakter Raúl sich mal wieder in seiner schicken Designervilla im Selbstmitleid suhlt, weil er den realen Selbstmord einer Bekannten nicht in seinem Skript verwenden darf, merkt der Zuschauer, dass die existenziellen Probleme eines Almodóvar wohl nichts mit den ihrigen zu tun haben.
Dabei stellt der Film eigentlich interessante Fragen über die Verbindung von Kunst mit der Realität und welchen Einfluss diese auf Beziehungen und das Vertrauen von Mitmenschen haben kann. Vor allem in der ersten Hälfte funktioniert das in Kombination mit dem sich langsam zusammensetzenden Puzzle aus Zeitlinien und Figuren schon fast wie ein Thriller. Nach und nach darf sich das Publikum zusammenbasteln, wer aus der einen Geschichte auf wem aus der anderen basiert. Leider verwässert sich zum Ende hin der philosophische Ansatz, Almodóvar findet keine Antworten auf seine Fragen und der Höhepunkt der Handlung thematisiert eine Beziehung, die im Film gar nicht zu sehen ist.
So lässt sich festhalten, dass der Film zwar dank seiner fantastisch agierenden Schauspieler zu unterhalten weiß, aber durch seine von der Lebensrealität des Publikums losgelösten Thematik leider nicht lange im Gedächtnis verweilt.
Foto: © El Deseo. Foto von Iglesias Más







