Abgeblätterte Farbe und verwittertes Kupfer verzieren die Fassaden der ungarischen Hauptstadt Budapest. Auf einer ESC-Watch Party treffen wir die Studentin Szófia: „Ich kann orange nicht mehr sehen, ohne an Orbán zu denken. Sowohl die Farbe als auch die Frucht“, erzählt sie. Mit der Wahl von Tisza, dem neuen Ministerpräsidenten Péter Magyar im April 2026 und dem Ende des Orbán-Regimes versuchen die Menschen, sich die Farbe nun wieder anzueignen.
Gestrandet sind wir mit unseren Plänen, nach Marokko zu reisen: aber nicht in der Wüste, sondern in der ungarischen Straßenschlucht. Grund dafür waren dann doch kurzfristig Bedenken zur Sicherheit, die nach ein paar Telefonaten aufkamen. Also doch unbequeme Sitze und zwölf Stunden über den glatten Asphalt – und schon waren wir mitten in der elftägigen Recherche.
Welche Hoffnungen haben die Ungar*innen und wie viel Vertrauen schenken sie der neuen Regierung? Was spielen ungarische Medien für eine Rolle und wie geht es der ungarischen Linken? Diese Fragen haben wir versucht, zu beantworten und außerdem einen genauen Blick auf ungarische Kunst und Kultur geworfen.