Für uns Menschen, die in Berlin leben und studieren, ist die hitzige Hauptstadt schnell Alltag geworden. Wo man auch hingeht: dichter Verkehr, Parkplatzmangel, dutzende Häuserblocks aneinandergereiht und kaum Grünflächen. Vor allem in den heißen Sommermonaten leidet die Luftqualität ebenfalls stark unter diesen Einflüssen.

Aber das sind alles Faktoren, die das Leben in einer Großstadt ausmachen – nicht wahr? Genau dieser Realität möchte die Kortárs Építészeti Központ (KÉK) etwas entgegensetzen.

KÉK, oder auch das Budapester Zentrum für zeitgenössische Architektur, ist eine nachhaltige Organisation, die seit 2010 in Budapest und Umgebung aktiv ist. Mithilfe von verschiedenen Projekten arbeiten sie daran, das Leben in der Großstadt ein wenig nachhaltiger zu gestalten und die in Budapest lebenden Menschen aktiv in ihr Vorhaben einzubeziehen. Es geht also nicht nur um das Vermitteln von theoretischem Wissen, sondern um die praktische gemeinsame Erfahrung. Ihr Ziel ist es, durch unterschiedlichste von ihnen organisierte Projekte praktische Aufklärungsarbeit zu betreiben und nachhaltige Lebensweisen für alle Bürger*innen nahbarer zu gestalten.

Am wohl bekanntesten ist ein von ihnen ins Leben gerufenes Gartenprojekt: Über die letzten Jahre sind an den unterschiedlichsten Standorten in Budapest grüne Standorte entstanden. Diese kann man mit deutschen Schrebergärten vergleichen, denn Menschen jeden Alters sind willkommen, um dort zusammen zu gärtnern. Allerdings mit dem zusätzlichen Twist, dass hier noch Aufklärungsarbeit zu einem nachhaltigeren Leben in der Großstadt betrieben wird – alles verbunden mit der Praxis und dem gemeinsamen Anpflanzen von Obst und Gemüse.

Neben dem bekannten Gartenprojekt, organisierte KÉK in den vergangenen Jahren auch ein weiteres spannendes Projekt: die BIOmappers. Hierbei handelt es sich um eine Aktion, die die Biodiversität in Gemeinschaftsgärten erfassen soll. So lässt sich auf einen Blick feststellen, welche Pflanzen- und Tierarten sich auf bestimmten Grünflächen ansiedeln und vorkommen. Den Besitzer*innen sollen ein Verständnis für die Biodiversität in ihrem Grund und Boden entwickeln und sich mit weiteren Teilnehmer*innen connecten.

Zuletzt gibt es auch noch die Urban Walks. Man könnte meinen, hier geht es um normale Stadtrundgänge für Einheimische oder Tourist*innen, aber es wird ein ganz besonderer Ansatz verfolgt. Stadtführung wird neu gedacht. Hier gibt es lokal geführte Rundgänge, bei denen man Budapest einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel wahrnehmen und bewundern kann. Denn es stehen nicht die beliebtesten Sehenswürdigkeiten im Vordergrund, sondern Side Facts zur gewählten Architektur und auch zur weiteren Stadtentwicklung in Budapest.

Natürlich sind Organisationen wie KÉK letztlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber sie geben eine Richtung vor. Nachhaltiges Leben in Großstädten wie Berlin und Budapest ist möglich, wenn man sich interessiert und engagiert. Budapest geht einen Schritt in die Richtige Richtung und vielleicht zieht Berlin ganz bald mit.


Foto: Ervin Lukacs/Unsplash