Khook

Khook, der neueste Film des iranischen Regisseuren Mani Haghighi, feierte am Dienstag seinen Start in den Wettbewerb um den goldenen Bären. Mit der Satire über einen maßlos narzisstischen Filmemacher zählt Khook definitiv zu einem der groteskesten Filme des Wettbewerbs. Ob das am Ende ankommt?

Mina

Der gesellschaftspolitische Auftrag: Ist bei Khook nur zwischen den Zeilen zu lesen. Regisseur Haghighi macht sich die Neurosen der Filmleute zum Thema, mit denen er selbst Erfahrung hat. Er nimmt das Selbstmitleid, in dem sich die Filmemacher*innen wegen der unfreien Arbeitsbedingungen im Iran suhlen, auf die Schippe. Von so einer Wehleidigkeit hält Haghighi nicht viel. Auch die willkürliche Machtausübung im Iran wird im Film an Hasans Festnahme und Freilassung demonstriert, die anscheinend keinerlei Rücksprache bedürfen. Dennoch geht es im Film nicht vordergründig um die Schikane oder Inhaftierung von Regisseuren*innen im Iran, oder um Berufs- und Reiseverbote, die verhängt werden.

Die zärtlichste Szene: Als Hasan aus dem Gefängnis entlassen wird, gönnen ihm das seine „Hater“ nicht. Völlig erschöpft kommt er zuhause an, wo ihn seine Familie liebevoll empfängt und betüddelt. Das Riesenbaby Hasan würde generell herzlich wenig auf die Reihe kriegen, ohne seine solidarische Familie, die da wären seine Mutter, Frau und Tochter.

Die brutalste Szene: Der Serienmörder nimmt sich letztendlich doch Hasan an und schneidet ihm die fünf Lettern des Wortes „Khook“ mit einem Cutter auf die Stirn. Wie es soweit kommen konnte und ob das Hasans bitteres Ende ist, sei jedoch offengelassen.

Der Plausibilitätsfaktor: Ist angesichts des wahnwitzigen Narzissmus von Hasan, der sich von seiner Mutti beruhigen lassen muss, dass der Serienmörder ihn sich nur für den Schluss aufsparen wolle, semi-hoch. Andererseits überrascht einen die menschliche Psyche ja doch immer wieder…

Die Bewertung: Khook ist was für alle, die offen für einen schrägen und abgedrehten Film sind. Wer sich dezidiert Einblicke in die politischen Begebenheiten im Iran für Regisseure*innen verspricht, ist bei Khook nicht an der richtigen Adresse. Erhoffen sollte man sich auch keinen iranischen Tatort. Die Ermittlungen zu den Morden stehen nämlich eher im Hintergrund.

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