Mit Booksmart liefert Olivia Wilde eine tolle Teenie-Komödie, in der es um mehr geht als die erste Liebe. Eine rasante Fahrt durch eine Nacht, die man so schnell nicht mehr vergessen wird. 

Angetrieben von einem Feuerlöscher braust ein Schüler auf seinem Skateboard durch die Schulkorridore. Anstatt wie ihre Mitschüler den letzten Tag an der Highschool zu feiern, nehmen Molly (Beanie Feldstein) und Amy (Kaitlyn Dever) ihre Verantwortungen bis zur letzten Minute ernst. So ernst, dass selbst der Schuldirektor ihr Engagement zu versteift findet und sie zum Feiern auffordert. Ihr ganzes Leben lang haben die beiden Freundinnen ihren Fokus ausschließlich auf ihre schulischen Leistungen gelegt und von ihrer Zukunft an einer Elite-Universität geträumt.  

Als Molly jedoch herausbekommt, dass sogar ihre Party machenden, Sex habenden Mitschüler es auf die renommierten Unis geschafft haben, scheint ihr Weltbild zusammen zu brechen. Kurzerhand beschließt sie mit ihrer Freundin, die letzte Nacht vor dem Abschluss zu einer unvergesslichen machen zu wollen. In der sie all das nachholen wollen, was sie verpasst haben. Was beginnt ist eine Irrfahrt auf der Suche nach der richtigen Party. Am Ende ist eines sicher: Gute Freunde hat man ein Leben lang.  

Der weibliche Superbad? 

Booksmart, das Filmregiedebüt von Olivia Wilde, wird getragen von der Chemie der Hauptprotagonistinnen Beanie Feldstein und Kaitlyn Dever. Das Streberdoppel erzeugt eine Dynamik, welcher man sich nicht entziehen kann. Sie sind das perfekte Duo, besser hätten die Rollen nicht besetzt werden können. In vielen Zügen erinnert der Film an Superbad (2007), in dem Beanie Feldsteins Bruder Jonah Hill seine erste Hauptrolle hatte. Das schauspielerische Talent und der Hang zu humorvollen Außenseiterrollen scheint in der Familie zu liegen. Ein Vergleich der Filme liegt thematisch zwar nahe, jedoch versucht Booksmart eher mit den Highschool Klischees zu brechen, als diese zu bedienen. Das verleiht selbst Nebencharakteren Tiefe und Authentizität.  

Auch ein Vergleich zu Greta Gerwigs Ladybird (2017), in dem Beanie Feldstein an der Seite von Saoirse Ronan mitspielte, liegt von der Thematik nahe. Beide Filme liefern starke weibliche Hauptcharaktere, die genau wissen, was sie vom Leben erwarten. So ist es selbstverständlich, wenn Molly sich bereits als jüngste Richterin am Obersten Gerichtshof in den USA sieht. Oder dass Amy selbstbewusst erzählt, dass sie den Sommer über in Botswana verbringt um Frauen bei der Herstellung von Tampons zu helfen”. Und auch der lockere Umgang mit Amys Homosexualität bringt eine Frische, die man so gern öfters auf der großen Leinwand sehen möchte.  

An den großen internationalen Erfolg von Ladybird wird Booksmart nicht ganz anknüpfen können. Immer wieder will der Film dann doch etwas zu sehr wie Superbad sein und versucht die Brücke zwischen feministischer Komödie und Highschool Coming of Age-Film zu schlagen. Die manchmal zu exzentrischen Szenen, wirken unnatürlich und überschatten dann leider doch etwas die einzigartige Freundschaft der Hauptcharaktere.  

Booksmart liefert damit nicht mehr, aber auch nicht weniger als es verspricht. Fast wünscht man sich, der Film würde noch eine Überraschung zum Schluss offenbaren, doch diese kommt nicht. Der vorhersehbare und oftmals überspitzte Plot nimmt den Charakteren, allerdings nichts von ihrer Authentizität. Die Zuschauer*innen werden sich mit vielen Situationen identifizieren können. Alles in allem ist Booksmart ein schlauer Film, mit dem ein amüsanter Abend garantiert ist. Eine Empfehlung allein schon wegen der tollen Hauptcharaktere. Die Namen Beanie Feldstein und Kaitlyn Dever sollte man sich definitiv merken. 

Booksmart
Regie: Olivia Wilde
Länge: 102 Min
Kinostart: 14.11.2019
Produktionsland: USA

 

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