Plakatgestaltung: Kristina Huber, for sale Gabriela Kapfer, Lorenz Fidel Huchthausen 

Es ist wieder soweit: Die UnAufgefordert veranstaltet ihre Medientage, diesmal zum Thema „Selfie-Journalismus. Das Ich erstattet Bericht – Gefahr oder Chance des Qualitätsjournalismus?“ Ein Wochenende lang kommen junge Medieninteressierte und erfahrene Journalisten zusammen, um sich kennenzulernen, über den Stand des Journalismus zu diskutieren und bei Workshops gemeinsam Texte zu produzieren. Dieses Jahr freuen wir uns, neben Stammgästen wie dem ehemaligen UnAufler und derzeitigem ZDF-Moderator Wolf-Christian Ulrich prominente Medienmacher von ZEIT Online, dem Freitag, der Welt und dem Spiegel bei uns begrüßen zu können. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Kommen darf jeder, der Lust hat. Hier eine Übersicht zu Zeit und Inhalt:

Am Samstag, den 30. April 2016, finden ab 10 Uhr im Hauptgebäude der HU folgende Workshops statt:

  • Nachrichtenworkshop von Till Schwarze, Chef vom Dienst bei ZEIT Online

Schnell, informativ und leicht verständlich soll sie sein: Die Nachricht, Grundform aller journalistischen Textformen. Die zu schreiben ist gar nicht so einfach. Das fängt schon bei der Auswahl an: Was ist wichtig, was nicht? Was wissen wir überhaupt ? und was ist nur Gerücht? Schließlich: Wie schreibe ich das auf, was ich weiß, und das möglichst schneller als die Konkurrenz? Till Schwarze beantwortet derlei Fragen tagtäglich, seit mehreren Jahren. Nach seinem Studium der Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin kam er über Stationen bei der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen und n-tv 2011 zu ZEIT Online. Heute lenkt Till Schwarze als Chef vom Dienst den Newsdesk. In seinem Workshop wird er Einblicke geben in die Welt der Push- und Eilmeldungen, die Grundlagen des Nachrichtenhandwerks erklären und mit euch das Schreiben üben. Nicht zuletzt ist das eine tolle Möglichkeit, einem langjährig erfahrenen Journalisten eure Fragen zu stellen.

An alle Teilnehmer: Bitte bringt eure Laptops mit!

  • Kommentarworkshop von Felix Werdermann, Redakteur beim Freitag

Zu einem aktuellen Ereignis subjektiv Stellung nehmen, es erklären und bewerten und dabei überzeugend sein? Der Kommentar ist ein subjektiver Meinungsbeitrag, in dem der Autor seine Meinung prägnant, überzeugend und vor allem für den Leser interessant argumentiert. Felix Werdermann gibt in seinem Workshop Einblicke in die Kunst des Kommentierens. Nach einem Studium der Politikwissenschaft und Mathematik arbeitete Werdermann zunächst als freier Journalist, absolvierte ein Volontariat bei der Nachrichtenagentur dapd und ist seit April 2013 Politikredakteur bei der Wochenzeitung der Freitag. Zum wiederholten Male gibt er in einem UnAuf-Workshop seine Erfahrungen weiter und testet eure Fähigkeiten beim Verfassen eigener professioneller Kommentare.

Bitte meldet euch für die Workshops vorher an. Jeder, der interessiert ist, kann das kostenlos hier tun: http://doodle.com/poll/6fxp3trcncdmhd4h

Außerdem laden wir ein zur Podiumsdiskussion am Montag, den 02. Mai 2016, um 18.45 Uhr. Sie wird stattfinden in der BMW-Stiftung Herbert Quandt (Reinhardtstraße 58, Berlin Mitte). Thema: Selfie-Journalismus. Das Ich erstattet Bericht – Gefahr oder Chance für den Qualitätsjournalismus?

Revolutionen oder Terroranschläge verfolgt man heutzutage am besten live bei Periscope, über die Berliner Food Week informieren Lifestyle-Features auf sorgfältig gepflegten WordPress-Accounts. Selbst langjährige Journalisten überschwemmen unsere Facebook-Timeline mittlerweile mit Erlebnisberichten und Selbstversuchen. Meinung, Subjektivität, Personenvermarktung: Der Selfie-Journalismus ist im Mainstream angekommen. Aber ist das noch objektiver Journalismus, wenn im ersten Absatz fünfmal „Ich“ vorkommt und sich die Recherche fast erübrigt? Schließlich geht es ja nicht mehr um die Sache, sondern um die schreibende Person. Der Vorwurf der Kritiker: Eine arbeitsarme, weil nahezu recherchefreie Variante der Textproduktion bringt statt journalistischen vielmehr literarische Erzeugnisse hervor. Überzogene Polemik oder ernstes Problem? Darüber diskutieren auf dem Podium:

  • Michael Sontheimer, Mitbegründer der taz und Spiegel-Redakteur
  • Anja Kretschmer, Journalistin und Dozentin am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaften der FU Berlin
  • Frédéric Schwilden, Die Welt
  • Marlen Hobrack, der Freitag
  • Moderation: Wolf-Christian Ulrich, ZDF

Wir danken der Humboldt-Universitäts-Gesellschaft und der BMW-Stiftung Herbert Quandt für die Unterstützung!

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