Die Humboldt Universität Berlin (HU) ist wegen der Corona-Pandemie seit dem 20. März im sogenannten Präsenznotbetrieb. Der Semesterstart wurde vorerst verschoben. Das Sommersemester solle aber am 20. April beginnen, darauf einigten sich die Wissenschaftsministerien der Länder. Auch Prüfungs- und Abgabetermine sämtlicher wissenschaftlicher Arbeiten sind betroffen. Wir haben für Euch die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

HU-Gebäude, Mensen, Hochschulsport 

Die Bibliotheken der HU haben den Publikumsverkehr komplett eingestellt. Weder Studierende noch Gäste haben Zutritt zu den Gebäuden. Die bestehenden Leihfristen sind zunächst ausgesetzt, auch Mahngebühren dürfen nicht erhoben werden. Online können Studierende jedoch auf Materialien der Bibliotheken zugreifen. Neben den Bibliotheken sind auch die Mensen und Museen der wissenschaftlichen Einrichtungen vorerst geschlossen. Auch der gesamte Hochschulsport ist eingestellt.

Seit dem 20. März sind alle Gebäude der HU auf unbestimmte Zeit geschlossen. Nur Mitarbeiter*innen, die zur Sicherung systemrelevanter Bereiche vor Ort sein müssen, haben weiterhin Zugang zu den Gebäuden. Die anderen Mitglieder der HU gehen, sofern möglich, ihren dienstlichen Verpflichtungen im Home Office nach. Die Mitarbeiter*innen sollen sich auch im Home Office ihre Projekte und Aufgaben, sowie um ihre Kolleg*innen und die Studierenden kümmern.

Sprechstunden und Präsenzveranstaltungen

Die sogenannten Kontaktsprechstunden an der HU sind bis auf Weiteres in allen Bereichen eingestellt. Sie sollen durch alternative Formen wie Telefonsprechstunden oder Online-Beratungen ersetzt werden. Wie sich das konkret für Studierende gestaltet ist noch offen.

Auch alle Präsenzveranstaltungen (Vorlesungen, Seminare etc.) werden eingestellt. Die HU arbeitet derzeit an Online-Formaten und anderen Möglichkeiten, um den Lehrbetrieb aufrechtzuerhalten. Wichtig dabei ist, dass mögliche neue Formen in Einklang mit den übrigen Maßnahmen stehen.

Prüfungen und wissenschaftliche Arbeiten 

Am 19. März beschlossen die Berliner Hochschulen und die Senatskanzlei, dass vorerst keine Präsenzprüfungen mehr stattfinden. Die Prüfungen sollen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden, wobei die neuen Termine rechtzeitig bekannt gegeben würden. Über die Durchführung von Staatsexamen entscheidet das jeweilige Prüfungsamt.

Auch die Abgabefristen für Abschlussarbeiten im Rahmen von Bachelor-, Master- und Diplomstudiengängen sind verschoben. Der Abgabetermin wird bis zur Wiederaufnahme des regulären Studienbetriebs eingefroren. Studierende können also die komplette Zeitspanne der aktuellen Abgabefrist nach Wiederaufnahme nutzen, so, dass für sie keine Nachteile entstehen.

BAföG und Semesterticket

Finanziell müssen sich Studierende, die BAföG beziehen, keine Sorgen machen. Die Verschiebung des Semesterstarts wirkt sich nicht nachteilig auf die Zahlungen aus. Das Land Berlin hatte am bereits 16. März mitgeteilt, dass BAföG-Leistungen im aktuellen Zeitraum weiter ausgezahlt werden.

Studierende der HU können das VBB-Semesterticket für das abgelaufene Wintersemester 2019/20 noch bis zum 30. April 2020 nutzen. Das entspricht einem Monat länger als regulär. Wer denkt, einen weiteren Monat ohne Rückmeldung fahren zu können, liegt jedoch falsch. Bei einer möglichen Kontrolle muss gleichzeitig die aktuelle Immatrikulationsbescheinigung für das Sommersemester 2020 vorgelegt werden, sonst wird das Ticket nicht akzeptiert.‬

Reisen und Gäste aus dem Ausland 

Auslandssemester und Forschungsauslandsaufenthalte, die noch nicht angetreten wurden, sind momentan nicht gestattet. Auch das Empfangen von Gästen aus Risikogebieten wird eingeschränkt, wenn auch nicht gänzlich verboten. Das gilt für Austauschstudierende und neu Zugelassene, die sich derzeit in Risikogebieten aufhalten und eine Reise nach Berlin planen. Sie werden gebeten, den Trip bis auf Weiteres nicht anzutreten. Das gelte auch für Gäste der HU im Allgemeinen.

Arbeit des Studierendenparlaments (StuPa) 

Die Konstituierung des erst im Januar gewählten 28. StuPas der HU ist aktuell für den Mai angedacht. Ob die erste Sitzung jedoch stattfinden kann, hänge von den weiteren Entwicklungen bezüglich der Coronavirus-Krise ab, teilte Präsidiumsmitglied João Fidalgo auf Anfrage der UnAuf mit. Bis dahin seien keine Abstimmung angedacht.

Laut Fidalgo habe die Universitätsleitung weder mit dem StuPa, noch mit dem RefRat der HU entsprechende Maßnahmen besprochen. Das Präsidium des StuPas sei nicht einmal offiziell informiert worden. Ob das StuPa seine Arbeit also im Mai auch wirklich aufnehmen kann oder wie die Sitzungen im Falle weiterer Beschränkungen organisiert werden, ist derzeit völlig offen.

Kostenlose Rechtsberatung im Verbraucherrecht 

Die Humboldt Consumer Law Clinic (HCLC) bietet ab dem 1. April eine kostenlose Rechtsberatung im Vebraucherrecht an. Das gilt speziell für Fälle, die mit dem Coronavirus zusammenhängen. Dabei werden Fälle von bis zu 1000 Euro im Verbraucherrecht und bis zu 5000 Euro im Wohnraummietrecht angenommen.

Dazu können Verbraucher*innen ihre Fälle zur Vorprüfung zunächst per E-Mail schildern: hclc@rewi.hu-berlin.de. Welche Fälle auch bearbeitet werden können, berät das Team der Humboldt Consumer Law Clinic im Rahmen seiner Kapazitäten. Diese könnten jedoch in Angesicht der aktuellen Situation schnell erschöpft sein. 

Die HCLC ist eine studentische Rechtsberatung, die sich auf das Verbraucherrecht spezialisiert hat. Die Studierenden dieses HU-Projektes bekommen dabei juristische Unterstützung und beraten sich mit erfahrenen Volljuristen.

Notfonds für Studierende

Das studierendenWERK BERLIN bietet eine einmalige Zahlung von 500 Euro zur Unterstützung des Lebensunterhalts Studierender an. Antragsberechtigt sind diejenigen, die wegen der Corona-Krise aktuell keine Einkünfte mehr haben und schnelle Unterstützung bräuchten. Dass die Fortsetzung des Studiums gefährdet sei, muss nachgewiesen werden, etwa durch den Verlust des Nebenjobs.

Die Mittel des Notfonds sind natürlich begrenzt und die Nachfrage hoch. Die ersten 120.000 Euro sind bereits verbraucht worden. Das studierendenWERK BERLIN nimmt jedoch weiter Anträge entgegen. Diese werden chronologisch bearbeitet. Man bemüht sich nach eigenen Angaben um “Auftstockung der Mittel für den Notfonds”.


Alle hier aufgeführten Informationen basieren auf den offiziellen Angaben der zuständigen Stellen. Daher übernehmen wir keine Gewähr für deren Richtigkeit. Die Redaktion behält sich das Recht vor, die hier aufgeführten Informationen je nach aktueller Entwicklung und Veränderung anzupassen. [Stand: 02. April 2020]

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