Unsane – gewöhnlicher Thriller mit (k)einem Twist?

 

Unsane, der neue Thriller von Steven Soderbergh, tritt im Berlinale Wettbewerb an. Ob er in diesem Rennen eine Chance hat, erfahrt ihr in unserer Kurz-Kritik.

 

Worum geht es?

Die hübsche Sawyer (Claire Foy) ist kürzlich nach Pennsylvania gezogen und beginnt dort einen Neustart: Neuer Job, neue Freunde, neue Wohnung. Auch phychisch möchte sich Sawyer einen Schritt nach vorne wagen. Als Stalkingopfer wagt sie nun endlich den Schritt eine Therapie zu beginnen. Nachdem sie sich einer Therapeutin vorstellt, wird sie plötzlich gegen ihren Willen in eine geschlossene Anstalt eingewiesen. Doch die Ärzte glauben ihr nicht, halten sie für irre. Weder ein Hilferuf bei der Polizei, noch ein Anruf bei ihrer Mutter scheinen vielversprechend. Und es kommt noch schlimmer: Sawyers jahrelanger Stalker hat sich einen Job als Pfleger in der Anstalt verschafft. In Unsane verschwimmen Realität und Illusion.

 

Die lustigste Szene

Das einzige was diesen Thriller von einer x-beliebigen Hollywood-Produktion seiner Art unterscheidet ist, dass es zahlreiche Gelegenheiten zum lachen gibt. Die Dialoge zwischen Sawyer und ihrem Entführer sind oft auf einem so makaberem Level gehalten, dass sie einen Anlass zum Lachen geben.

 

Die romantischste Szene

Unsane eröffnet mit einem szenischen Monolog eines Mannes. Während er über die Liebe seines Lebens philosophiert, huschen Bilder eines verwunschenen3 Waldes in der Dämmerung über die Leinenwand. „Das erste mal, als ich dich traf, trugst du blau. Seitdem erinnert mich diese Farbe an dich.“ Er habe gewusst, dass sich mit dieser Begegnung sein Leben für immer ändern würde. Das dieser Monolog von Sawyers Stalker stammt, wird erst später deutlich. Blendet man das jedoch aus, könnte die Szene aus einem romantischen Liebesfilm stammen.

 

Was haben wir aus diesen Film gelernt?

Schaue niemals vor’m Schlafengehen einen Thriller, das tut nicht gut.

 

Bärenpotential?

Geschichten zwischen Realität und Einbildung sind im Thriller-Genre nichts Neues. Warum gerade dieser Film im Berlinale-Wettbewerb eine Startnummer ergattern konnte, ist fragwürdig. Der einzige gesellschaftspolitische Aspekt, der in Unsane auftaucht, aber wegen der thrillertypischen Spannungskurve (durchgehend Atemnot), in den Hintergrund gerückt wird, ist die Kritik an dem US-Amerikanischen Gesundheitssystem. Scheinbar gibt es eine Kooperation zwischen Versicherung und Anstalt, die gemeinsam mit eigentlich gesunden Patienten Geld verdienen. Unsane kann man ohne Bedenken in die 100-Dinge-Nachdem-Ich-Sterbe-Kiste packen.

Wenn dieser Film gewinnt, fresse ich einen Bären!

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