Foto: Berlinale
Foto: Berlinale

Geschrieben von Tatjana Littig

Berlin, 09. Februar 2014

George (Alfred Molina) und Ben (John Lithgow) sind seit 39 Jahren ein Paar. Als die beiden Männer nach Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe in New York heiraten, verliert George seinen Job als Musiklehrer an der katholischen Saint Grace Academy. Wenig später muss das Paar die gemeinsame Wohnung in Chelsea verlassen. Auf der Suche nach einem neuen Zuhause bezieht George das Sofa eines befreundeten Polizistenpaares, während „Uncle Ben“ sich in dem Zimmer seines pubertierenden Großneffen Joey (Charlie Tahan) einquartiert.

Auseinandersetzungen sind in den generationenübergreifenden Wohngemeinschaften vorprogrammiert. Die Frischvermählten vermissen einander und den gemeinsamen Alltag, den sie mit ihrer Eheschließung riskiert und verloren haben. Dennoch bleibt Ira Sachs’ Film frei von Vorwürfen und Wuttiraden gegenüber homophobem Verhalten, wie es an der katholischen Schule von George praktiziert wird.

Sachs, der selbst homosexuell ist und mit seinem Mann und den gemeinsamen zwei Kindern in New York lebt, zeichnet stattdessen das unaufgeregte Portrait einer einfühlsamen Beziehung fernab von Kitsch und Klischees. Authentisch und liebenswert ist die gespielte Intimität der beiden Hauptdarsteller zueinander, die sich in den vielen gemeinsamen Lebensjahren entwickelt hat. Sie lachen zusammen, sie halten sich im Arm, singen und küssen sich.

“Love is Strange“ wirkt wie das nächste Kapitel von Sachs “Keep the Lights on“, mit dem er 2012 den Teddy Award der Berlinale in der Kategorie Spielfilm gewonnen hat. Seine Message dieses Mal: Love can grow with history.

 

“Love Is Strange”

USA 2014

Regie: Ira Sachs

Darsteller: John Lithgow, Alfred Molina, Marisa Tomei, Charlie Tahan, Cheyenne Jackson

98 Min.

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