Während meiner Zeit in Budapest beschäftigt mich eine Frage: Sehen wir in der Hauptstadt, was gerade politisch passiert? Am Parlamentsgebäude flattert wieder die Fahne der Europäischen Union. Eine der ersten Handlungen der gewählten Partei von Péter Magyar: die Fahne wieder aufzuhängen.

Über dem anderen Ufer der Donau, auf dem Burgberg von Pest, recken sich zahlreiche Baukräne in den Himmel. Sie sind Symbol der alten Regierung unter Viktor Orbán und seinem Nemzeti Hauszmann Program. Ziel des Projekts war es im Grunde, das historische Gewand des Viertels um das Schloss herum wiederherzustellen. Moderne Erweiterungen wurden abgerissen, historische Fassaden wieder aufgebaut. Mit Abrissbirne und Beton sich den Prunk der Vergangenheit zurück basteln: Die neuen Altbauten sind mindestens so fake wie die Demokratie unter Orbán. Unter ihm wurde das Innenministerium in einen solchen Neualtbau verlegt und sein Amt in ein ehemaliges Theater, das er aufwändig sanieren ließ.

Doch nach sieben Jahren über den Dächern der Stadt muss Orbán nun ausziehen. Die Bauzäune vor dem Theater und früheren Kloster sind verschwunden; Magyar hat sie in einem symbolischen Akt beiseite geräumt. Der Amtssitz des Premiers soll ins Parlamentsviertel zurückkehren. Oder, um bei der Symbolik zu bleiben: wieder näher ans Volk.

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