Am kommenden Mittwoch, den 29. und Donnerstag, den 30. Januar, findet die diesjährige StuPa-Wahl statt. Wie im vergangenen Jahr haben wir für euch die wichtigsten Fakten zu den Listen und dem Ablauf der Wahl im Überblick.

Warum soll ich wählen?

StuPa-Wahlen erfreuen sich erfahrungsgemäß geringer Beliebtheit. Nur 8,02 % aller Studierenden haben bei der letzten Wahl ihre Stimme abgegeben. Dennoch ist die Relevanz studentischer Repräsentation in der Hochschulpolitik – vor allem nicht zu unterschätzen.
Den wichtigsten Grund zu wählen liefert die folgende Zahl: 894.400 €. Über diese Summe verfügt das StuPa im letzten Jahr. Davon stammen 722.000 € aus unseren Semesterbeiträgen. Mit deiner Stimme entscheidest du, was mit einem Teil deines Geldes passiert.

Wen kann ich wählen?

Um als Liste zur diesjährigen Wahl anzutreten, genügen drei Kandidat*innen. In diesem Jahr treten weniger Listen als in den Jahren zuvor an. Waren es 2018 noch 22 und 2019 19 Listen, stehen für die 60 Plätze im 28. StuPa noch 15 Listen mit insgesamt 163 Kandidat*innen zur Wahl.* 

Wo kann ich wählen?

Es wird insgesamt vier zentrale Wahllokale an der HU geben. Ihr könnt an beiden Wahltagen von 9.30 bis 18.00 Uhr im Hauptgebäude, von 10:30 bis 17 Uhr in der Mensa Nord, von 10 bis 18 Uhr im Grimm-Zentrum und von 10:30 bis 17 Uhr im Erwin-Schrödinger-Zentrum in Adlershof wählen. Daneben findet ihr elf dezentrale Wahllokale in verschiedenen Fakultäten, hier könnt ihr wählen, wenn ihr in dem jeweiligen Institut im Hauptfach eingeschrieben seid.

Eine Legitimation studentischer Gremien wird nur durch eine hohe Wahlbeteiligung erreicht. Also mobilisiert eure Kommiliton*innen und nutzt euer Wahlrecht.

Vorstellung der Listen:

Wir stellen euch die Listen vor, aus denen ihr am 29. und 30. Januar das neue StuPa wählen könnt.*

Liste 1. Dr. House meets Humboldt – CharitéStudis

Die Liste der – noch vorwiegend – Humanmediziner der Charité möchte sich der aktiven Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fakultäten der HU widmen, um allen den Blick über den eigenen Tellerrand zu ermöglichen.

Gefordert wird ein aktiver Austausch zwischen der Humboldt-Universität und der Charité durch gemeinsam genutzte Räume und der Schaffung fakultätsverbindender Workshops. Für eine bessere “Study-Life-Balance” fordert die Liste die Umsetzung von Wünschen und Forderungen der Studierenden. Um die Wahlbeteiligung der StuPa-Wahlen zu erhöhen, will sich die Liste für mehr Aufklärung an den Instituten einsetzen. 

Liste 2: João & die autonomen alkis. Die LISTE

Wie der Name bereits vermuten lässt, widmen sich João & die autonomen alkis, einem für viele Studierende auch außerhalb der Uni relevantem Thema: Günstigem Alkohol. 

Neben dem Bierpreisdeckel von höchstens “fuffzich pfennig”, finden sich hier eher scherzhafte Forderungen zur Verschönerung des studentischen Alltags: Von der Bewertung der Klausuren durch Emojis statt Zahlen, über ein Netflix-Abo für die Bibliothek bis hin zur Umbenennung des Audimax II in Audimin ist jede erdenkbare Forderung dabei.

Liste 3: Linke Liste an der HU – LiLi

Als parteiunabhängige Hochschulgruppe stellt sich die Linke Liste der HU vor. Ihren Schwerpunkt legt die gesellschafts- und wissenschaftskritische Gruppe auf Bildungsgerechtigkeit, Antifaschismus, Antirassismus, Feminismus, Enthinderungspolitik und Klimagerechtigkeit. 

Konkret fordert die LiLi ein barrierefreies Studium, welches Eltern oder arbeitende Studierende nicht ausschließt, wie auch die Abschaffung sogenannter subtiler Barrieren wie des steigenden Preises des Semestertickets. Des weiteren will die Liste sich für eine faire Bezahlung der Dozent*innen und mehr Unterstützung der Fachschaften einsetzen.

Polizeieinsätze und auch die Zusammenarbeit mit Rechten soll es den Forderungen nach an der Universität künftig nicht mehr geben.

Liste 4. GRÜNBOLDT – GRÜN ALTERNATIVE LISTE

Die grün-alternative Liste setzt ihren Fokus auf ein freies Studium für alle. Die Förderung von Eliten an deutschen Hochschulen, welche besonders durch hohe Studienkosten und begrenzte Studienplätze entstehe, soll gestoppt werden. Studiengebühren und bezahlungspflichtige “Elitenstudiengänge” sollen abgeschafft werden. 

Das Studium soll “den Blick für gesellschaftliche Zusammenhänge schärfen und nicht allein den Ansprüchen des Arbeitsmarktes angepasst sein”.

Liste 5: SDS. Die Linke HU Berlin 

Die SDS ist Teil eines bundesweit organisierten sozialistisch-demokratischen Studierendenverbandes, mit Kontakt zu der Partei Die Linke. Laut dem eigenen Wahlprogramm betrachte man Hochschulpolitik nicht “außerhalb des gesamtgesellschaftlichen Kontext”, sondern als Teilverflechtung dessen.

Thematische Schwerpunkte der Liste sind der Kampf gegen die Ökonomisierung des Arbeitswesens, die Bekämpfung der Klimakrise und sozialer Ungleichheit. Im Kampf gegen den Kapitalismus stehe man solidarisch zu Emanzipationsbewegungen weltweit. Hochschulpolitisch fordert die Liste mehr Aufklärung zu gesamtpolitischen Fragen. 

Liste 6. Queer-feministische LGBT*I*Q-Liste 

Die Vertreter*innen der queer_feministischen Liste setzen sich für Marginalisierte ein und wollen sie “ins Zentrum rücken”. Die Liste fordert unter anderem Solidarität mit solchen an den Rand gedrängten Minderheiten.

Hochschulpolitisch tritt die Liste für das Überwinden binärer Strukturen ein, die Stärkung der studentischen Selbstverwaltung und die Förderung von Strukturen, die eine kritische Wissenschaft ermöglichen. Im Rahmen der offenen Uni fordern sie barrierefreie Hörsäle, die Berücksichtigung der Bedürfnisse von Studierenden mit Kind(ern) und einen Kampf im Sinne des Antirassismus. 

Liste 7. LIBERALE HOCHSCHULGRUPPE 

“Unideologisch” und als Vertretung aller Studenten will sich die liberale Liste, für ein chancengleiches und freies Studium einsetzen. Ihr Programm stellt die Liberale Hochschulgruppe in 4 Punkten vor. Neben besseren Arbeits- und Studienbedingungen wie längeren Öffnungszeiten von Bibliothek und Mensa, sowie erneuerter Technik in Lehrräumen, will sich die Gruppe für mehr Transparenz zwischen Studierenden und ihren Hochschulvertreter*innen einsetzen. Verbesserung soll es bei letzterem vor allem bei Geldfragen geben. Dabei seien Livestreams der StuPa-Sitzungen ein Anfang. Zudem fordert die Liberale Hochschulgruppe eine freie Wissenschaft und den Stopp der Beschränkung von Forschungsfragen. Viertens will die Gruppe sich für ein BAföG einsetzen, das unabhängig vom Gehalt der Eltern ausgezahlt wird. 

Liste 8: RCDS – Die HUmboldt UNIon

Die RCDS sieht sich als fachübergreifenden Zusammenschluss von Studierenden, die sich für ein komplikationsfreies Studium einsetzen. Eine zentrale Forderung ist die schnelle Lösung der Einstellung studentischer Hilfskräfte, um die Öffnungszeiten und die Betreuung der Bibliothek zu erleichtern. Jeglicher Extremismus werde abgelehnt wie auch die Verurteilung von Lehrkräften aufgrund religiöser, politischer oder ethnischer Gesinnung.

Des weiteren fordert die Liste Digitale Klausuren, verlängerte Öffnungszeiten der Mensa und einen transparenteren StuPa. Letzteres soll besonders durch die Veröffentlichung der Referent*innennamen, aller Wahlen des StuPas und einem Überschneidungsverbot von Posten in StuPa und RefRat erreicht werden. 

Liste 9. Liste unabhängiger Studierender

Als Liste ohne parteipolitische Zugehörigkeit und unabhängig von jeglichen Verbänden möchte sie ihre Offenheit und Vielfalt nutzen, um konstruktiv an der Verbesserung der Universität mitzuwirken. Die Gruppe will sich für mehr studentische Teilnahme, mehr Räume und längere Öffnungszeiten, in für das Studium essentielle Räumlichkeiten, wie auch für die Abschaffung der Studiengebühren einsetzen. Zudem fordert die Liste “studierbare” Studiengänge, einen freien Master und mehr Kurse besonders beim Hochschulsport und dem Sprachzentrum. Außerdem will die Liste die Uni umweltbewusster und nachhaltiger machen.

Liste 10: ewig und 3Tage – Liste der Langzeitprojekte

Die Liste der Langzeitprojekte ist partei- und verbandsunabhängig und setzt sich für eine diskriminierungsfreie, internationale und weltoffene Uni ein. Man sehe sich als Unterstützer von Studierenden mit Kindern, Studierender jeglicher ethnischer Identität und als Beschützer des Ideals einer für alle offenen Universität.

Hochschulpolitisch setzt die Liste ihren Schwerpunkt auf ein zeitlich unbeschränktes, elternunabhängiges BAföG, faire Bedingungen für Studierende außerhalb der Regelstudienzeit und barrierefreie Räume. Der Modulstress, den viele Studierende während ihres Studiums begegnen, soll durch eine freie Wahl von Veranstaltungen pro Semester gestoppt werden.

Liste 11: Juso-Hochschulgruppe

Die Juso-Hochschulgruppe will sich als Zusammenschluss von Studierenden für eine gerechte, solidarische und demokratische Gesellschaft einsetzen. 

Hochschulpolitisch fordert die Liste Nachhaltigkeit an der Uni in allen Bereichen. Unter dem Leitspruch “Juso wählen = Rechte quälen” stellt sich die Liste rechten Tendenzen jeglicher Art entgegen. Im Zuge der Chancengleichheit will sich die Juso für einen BAföG Satz, angepasst an den realen Bedarf, einsetzen. Für die Vergabe der Professuren fordert die Liste, dass davon mindestens 50 Prozent an Frauen gehen sollen. 

Liste 12: IYSSE

Die International Youth and Students for social equality stellen sich zur Wahl, um eine sozialistische Bewegung gegen Militarismus und Krieg, sozialer Ungleichheit und den Aufstieg von extremen Rechten aufzubauen. 

Durch ihre Wahl in den StuPa soll es zu einem aktiveren Vorgehen gegen Professor*innen kommen, die ihre Position missbrauchen, um rechtsradikales Gedankengut in die Vorlesungssäle zu tragen. Nur ein Kampf gegen den Kapitalismus könne einen Aufschwung der Rechten stoppen und den Rückfall in die Barbarei verhindern. Mit dem Eintritt in den StuPa will die Liste nach eigenen Angaben diesen Kampf an die Hochschule bringen. 

Liste 13: Power of Science

Die von Naturwissenschaftlern geprägte Liste steht, so heißt es im Wahlprogramm, für einen offenen Zugang aller zur Hochschulpolitik. Die Unwissenheit, welche viele Studenten in Verbindung mit dem StuPa aufwiesen, solle überwunden werden. 

Um dieses Ziel in Zukunft zu erreichen, fordert Power of Science mehr Präsenz des StuPas online, die transparente Auflistung von Einnahmen und Ausgaben, die öffentlichkeitswirksame Ankündigung von Referatswahlen und einen respektvollen Umgang untereinander. Außerdem fordert die Liste ein umweltbewusstes Studium, die stärkere Förderung von Auslandsaufenthalten und die Gewährleistung einer funktionierenden Infrastruktur an allen Einrichtungen der HU.

Liste 14: Studis im Dialog 

Die Liste Studis im Dialog will sich so “vielfältig wie unsere Studierendenschaft” präsentieren. Die Liste legt ihren Fokus auf eine sachliche und offene Debatte. Statt eines ideologieorientierten StuPas fordert sie eine inhaltsorientierte Studierendenvertretung. 

Außerhalb des StuPas setzt sich die Liste für eine Verlängerung der Öffnungszeiten von Mensa und Bibliothek, wie auch für die Verbesserung der Technik an allen universitären Einrichtungen ein. Zudem fordert die Liste die Einführung des “Bachelor of Laws” für alle derzeitigen Studierenden an der juristischen Fakultät der Humboldt-Universität. 

Liste 15: OLKS – Offene Liste Kritischer Studierender

Die Offene Liste Kritischer Studierender nennt sich selbst einen Zusammenschluss engagierter Studierender. Teile der Liste sind demnach bereits in verschiedener Gremien universitärer Einrichtungen tätig. Ausgangspunkt ihrer Arbeit sei die Unzufriedenheit mit verschiedenen Punkten der derzeitigen Führung der Universität. Ein in die Leere laufendes Studium, welches mit 3 bis 5 Jahren Langeweile verglichen wird, soll laut Forderungen der OLKS gewandelt werden. 

Den Hauptgrund der Probleme der Hochschule sehen sie in gesellschaftlichen “Sachzwängen”, welche das derzeitige Studium nicht ausreichend betrachte. Die Ansicht Studierende seien “Humankapital” müsse enden, Bildung dürfe kein “Mittel zur Reproduktion von Herrschaft” darstellen. Um das Elitendenken zu zerstören und eine aufgeklärte und antiherrschaftliche Universität zu ermöglichen, hofft die Liste auf einen Einzug in das StuPa. 

 

*Folgende Darstellung entspricht der Reihenfolge der offiziellen Wahlbroschüre und gibt nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die verwendeten Zitate stammen aus der Selbstdarstellung in der Wahlbroschüre des Wahlvorstandes.

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