Liz Stumpf 24, MA Kunstgeschichte

Die Kunstszene in Berlin ist ein hartes Pflaster. Jedes Jahr kommen neue Kreative aus aller Welt hierher und hoffen auf den großen Durchbruch. Auch Liz Stumpf zog es 2012 aus einem hessischen 80-Seelen-Dorf zum Studium der Kulturwissenschaft in die Hauptstadt.

„Im Studium haben wir uns viel mit Theoretikern wie Foucault und Benjamin auseinandergesetzt. Das war spannend, aber mir hat oft der praktische Bezug gefehlt“, erklärt Liz. Beim Lifestyle-Magazin Ruhmsucht probierte sich die 24-Jährige als Redakteurin aus, erstellte Radiobeiträge für die Kulturwelle, den ehemaligen HU-Sender der Kulturwissenschaftler*innen. 2013 bekam Liz durch die Nachwuchsförderung des Helmholtz-Zentrums für Kulturtechnik das erste Mal die Chance, bei der Konzeption einer Ausstellung mitzuwirken. In Zusammenarbeit mit anderen HU-Studierenden entstand HUMANIMAL, eine Ausstellung über Mischwesen zwischen Tier und Mensch im Tieranatomischen Theater. Und diese Erfahrung blieb hängen: „Wenn man eine Ausstellung kuratiert, bekommt man Einblicke in die Kunstvermittlung und inhaltliche Recherche und muss auch mal einen Förderantrag stellen. Da wird einem nie langweilig.“

Doch mit ihrem Traum, eines Tages vom Kuratieren leben zu können, ist Liz nicht alleine. Wer sich in der Kunstszene einen Namen machen möchte, der muss früh anfangen, sich zu engagieren, und darf keine Mühen scheuen. Seit 2013 ist Liz Teil der studentischen Initiative Kleine Humboldt Galerie, die jedes Semester eine Ausstellung für den Lichthof Ost des Hauptgebäudes kuratiert. Mit Studierenden verschiedener Fachrichtungen kommen hier vielfältige und spannende Ideen zustande – unabhängig von Lehrkräften und Professor*innen.

Mittlerweile ist bei Liz der Stein ins Rollen gekommen. Ihr Engagement und die vielen schlaflosen Nächte haben sich ausgezahlt. Im Kulturbereich läuft viel über Kontakte. Oft hat die Studentin durch ein Projekt Leute kennengelernt, die ihr dann einen Job vermittelt haben. „Über ein Uni-Seminar wurde ich beispielsweise auf das lab.Bode aufmerksam gemacht, wo ich seit kurzem arbeite“, erzählt sie stolz. Dabei handelt es sich um eine Initiative zur Stärkung der Vermittlungsarbeit in Museen der Staatlichen Museen zu Berlin.

Ein ganz persönliches Glanzlicht ihrer Arbeit: „Für mich gibt es nichts Schöneres, als am Abend die Ausstellung zu schließen und im Halbdunkeln alleine durch die Räume zu schleichen.“

 

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