Die Verhandlungen um ein Semesterticket ab dem kommenden Sommersemester sind abgeschlossen. Studierendenvertretern aller Berliner Hochschulen und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) haben sich turnusgemäß getroffen, um die Preise für die nächsten drei Jahre vertraglich festzulegen. Im kommenden Sommersemester 2015 soll das Semesterticket demnach 184, 10 Euro kosten. Ab dann steigen die Preise jährlich um 2, 6 Prozent auf 188,90 Euro ab dem Sommersemester 2016 und 193,80 Euro zum Sommersemester 2017. Die Leistungen bleiben im bisherigen Umfang bestehen.

Diskutiert wurde auch ein verbundweites Ticket, das die entfernteren Gebiete in Brandenburg mit umfasst. Studierendenvertreter hatten während der Verhandlungen einen Rechenfehler in einem Gutachten entdeckt, auf dem die Preisberechnung des VBB beruht. Mit den korrigierten Zahlen hielten sie Mehrkosten in Höhe von 15 Euro pro Semester gegenüber dem bisherigen Geltungsbereichs für gerechtfertigt. Der VBB fordert nun trotzdem einen etwa doppelt so hohen Aufschlag. Für 2015 wären die Gesamtkosten dann 229,20 Euro, bis 2017 würde der Preis auf 242,00 Euro steigen.

Laura Sophie Glienke, Pressesprecherin der Landeskoordination Semesterticket und Semesterticketbeauftragte an der FU Berlin zeigte sich auch deswegen mit dem Ergebnis sehr unzufrieden. Die Vertreter des VBB hätten bereits vor Verhandlungsbeginn Preise genannt, die in den Aufsichtsräten schon beschlossen und deswegen „unveränderbar“ waren. In den Verhandlungsrunden sei kein Entgegenkommen seitens der Verhandlungspartner erkennbar gewesen. Die wenigen Punkte, die tatsächlich diskutiert werden konnten, seien für Studierende praktisch nicht spürbar.

Vor dem Vertragsabschluss werden nun die Studierenden in einer Urabstimmung befragt. An der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) ist diese für den 11. – 13. November geplant. Notwendig ist eine Wahlbeteiligung von mindestens 10 Prozent. Zuletzt fand eine Urabstimmung an der HU 2011 statt, damals sprachen sich 97 Prozent der Studierenden für den Erhalt des Semestertickets aus.

 

Update vom 14.10.: In der ursprünglichen Version hieß es, eine Einigung auf ein verbundweites Ticket sei nicht erzielt worden. Tatsächlich liegt aber ein Angebot des VBB vor, das nun den Studierenden zur Abstimmung vorgelegt wird.

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