Im Berlinale Palast fand die Abschlussgala der 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin statt. Foto: Caspar Schwietering

Geschrieben von Franziska Sedlbauer

Berlin, 19. Februar 2012

Am gestrigen Abend fand die feierliche Abschlussgala der 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin statt. Anke Engelke war Gastgeberin der Veranstaltung im Berlinale Palast am Potsdamer Platz. Zum Finale der Berlinale wurden unter anderem die Gewinner des Goldenen und der Silbernen Bären in der Sektion Wettbewerb bekanntgegeben.

Den Goldenen Bär für den Besten Film erhielt das italienische Regisseur-Bruderpaar Paolo und Vittorio Taviani mit ihrem Film „Cesare deve morire“ (Caesar Must Die). Der Spielfilm begleitet Gefängnisinsassen bei den Proben zu einer Theaterinszenierung. Diese wahre Begebenheit wurde mit Häftlingen der römischen Strafanstalt Rebibbia inszeniert und spielt auch dort.

Der Preisträger des Großen Preis der Jury – Silberner Bär hat ebenfalls Bezug zu realen Geschehnissen.  Bence Fliegaufs „Csak a szél“ (Just The Wind) thematisiert Rassismus in Ungarn. An ihn gingen auch der Amnesty International Filmpreis und der Friedensfilmpreis. „Wenn ich aus einem Albtraum aufwache, dann weiß ich, dass ich darüber einen Film drehen muss“, erklärt Fliegauf seine Motivation für diesen Film.

Christian Petzold erhielt den Silbernen Bär für die Beste Regie. Sein Wettbewerbsfilm
„Barbara“ (Barbara)  zeigt eine Liebesgeschichte in der DDR und reflektiert durch die Beziehungen der Bürger untereinander das Leben in der Diktatur. Petzold ist in Westdeutschland geboren, seine Eltern flüchteten aus der DDR. Er verbrachte die Sommerferien regelmäßig in Ostdeutschland. Diese Erfahrungen und die Hilfe von Experten haben dem Film zu einer realistischen Erzählweise verholfen. Auch die Leser der Berliner Morgenpost waren von „Barbara“ überzeugt und wählten ihn zum Sieger ihres Leserpreises.

Mit Rachel Mwanza aus der Demokratischen Republik Kongo erhielt eine Laienschauspielerin den Silbernen Bär für die Beste Darstellerin. Und mit ihren 15 Jahren wohl auch die Jüngste. Sie ist als Straßenkind entdeckt worden und sah in dem Film „Rebelle“ (War Witch) „die Chance meines Lebens“.

Der Silberne Bär für den Besten Darsteller ging an den Dänen Mikkel Boe Følsgaard  in „En Kongelig Affære“ (Die Königin und der Leibarzt). Dieser Film hatte nach Meinung der Jury auch das Beste Drehbuch. So erhielten Nikolaj Arcel und Rasmus Heisterberg hierfür den Silbernen Bären.

Die Kameraführung von Lutz Reitemeier überzeugte in „Bai lu yuan“ (White Deer Plain) und brachte ihm den Silbernen Bär für eine Herausragende Künstlerische Leistung ein.

Für Kurzentschlossene: Einige Gewinnerfilme laufen auch noch am heutigen, letzten Tag der Berlinale. Wer sein Glück an der Abendkasse versuchen will, kann den Kinosonntag um 15.30 Uhr im Haus der Berliner Festspiele beginnen. Hier wird  „Csak a szél“ gezeigt. Um 18.00 Uhr geht es dann in der gleichen Spielstätte mit „Cesare deve morire“ weiter. Alternativ läuft ab 19.00 Uhr im Berlinale Palast „Rebelle“.

Weitere Artikel zur Berlinale findest du auf unserer Projektseite „Berlinale“. 

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