Fabian und Frederic lernen sich im Investmentclub der TU München kennen. Gemeinsam tüfteln sie eine Start-up-Idee aus und bauen neben der Uni ein Unternehmen auf, das Studierende bei der Suche von günstigen Flugtickets unterstützen soll

Vor drei Jahren kamen die Münchner Studenten Fabian Höhne und Frederic Lapatschek auf eine innovative Idee. „Wir haben uns überlegt, wie es wäre, wenn man als Student auf die ganzen nicht verkauften Flugtickets von Fluggesellschaften zugreifen könnte“, sagt Fabian heute. „Weltweit werden jährlich 20 Prozent der verfügbaren Flugtickets nicht verkauft. Das sind über eine Milliarde Tickets, 10.000 Flüge für jeden Studenten in Berlin“, fügt er hinzu. Diese Marktlücke erforschte er mit seinem Kommilitonen Frederic, auf dem Foto links, den er aus dem Investmentclub der Technischen Universität München kannte. „Wir waren am Flughafen, haben erste Fluggesellschaften und Experten aus der Branche getroffen und eh wir uns versahen, ist das Unternehmen FLYLA entstanden.“

Das Start-up verhandelt mit großen deutschen und internationalen Airlines und ergattert Rabatte für Studierende. Auf den Markt gekommen ist das Unternehmen im Oktober 2018 mit dem Kooperationspartner Eurowings. „Wir haben nicht den Flug nach Palma in drei Monaten für 1,94€ im Angebot, aber dafür ausgewählte Strecken bis zu 70 Prozent rabattiert. Den Flug für 1,94€ kann niemand mit gutem Gewissen buchen“, sagt Fabian. Der Fokus liege auf Premium-Airlines, Anfang dieser Woche verkündete FLYLA eine Partnerschaft mit Lufthansa und erweiterte sein Portfolio.

Ehrgeiz und Verrücktheit sind gefragt

Von der Idee bis zum Start vergingen zwei Jahre, das Studium lief nebenher weiter. Dank des EXIST-Gründerstipendiums war es dann für Fabian und Frederic möglich, ab Ende 2017 in Vollzeit an der Idee zu feilen. Das junge Team steht noch am Anfang: „Den technischen Part übernimmt bei uns Frederic und ich bin für die operative Seite zuständig. Den verrückten und kreativen Marketeer (Marketing-Experten, Anm. d.Red.) suchen wir und freuen uns über Hinweise“, sagt er. Fabian studierte bis 2017 Wirtschaftsingenieurwesen, Frederic beendete 2018 sein Informatikstudium.

Diese aus heutiger Sicht eher spontane Idee hat das Leben der zwei Studenten verändert. „Ich glaube, der Schritt zur Gründung ist stark vom Typ abhängig. Trotzdem kann ich es nur empfehlen“, leitet Fabian ein. „Viele sprechen hier von Risiko. Ich sehe in einer Zeit der Vollbeschäftigung das Risiko so gering wie noch nie, die Entscheidung zwischen einer Anstellung und der Selbstständigkeit zu treffen. Es gibt so viele Einrichtungen, Mentoren und Programme, die einen dabei unterstützen“, fügt er an. Ein wertvoller Tipp sei das Erproben der Geschäftsidee im direkten Umfeld: „Es gibt immer wieder die Angst, dass die Idee dann geklaut werden könnte, aber ich bin mir ganz sicher: wenn du von einer Idee in alle Richtungen überzeugt bist und eine Vision entwickelt hast, wird es Wenige geben, die mit dem gleichen Ehrgeiz und der gleichen Verrücktheit an dieser Idee arbeiten werden.“

Obligatorischer Kaffee am Nachmittag

Wie der Alltag eines Gründers aussieht, kann Fabian nur grob sagen. Gerade die Abwechslung mache den Reiz eines Start-ups aus. Die Unterschiede zum Alltag eines durchschnittlichen Berliner Studierenden scheinen klar: „Wenn ich an meine Besuche in Berlin denke, würde ich sagen, Unterschiede gibt es eher weniger. Auch wir sind Tag und Nacht aktiv und immer passiert etwas.“ Seinen Alltag hat er mit Mitgründer Frederic abgestimmt: „Ich versuche früh aufzustehen, Meetings und wichtige Telefonate auf früh morgens zu legen und davor am besten noch eine Runde laufen zu gehen. Am späten Vormittag kommt meist Frederic und wir besprechen die wichtigsten Punkte für den Tag. Am Nachmittag gehen wir den obligatorischen Kaffee in der Aroma Kaffee Bar trinken.“ Über den Tag verteilt überlegen sich die Gründer Aktionen und Kampagnen: „Es gibt Tage, da geht man früher, an anderen später. In der Regel ist es aber so, dass Frederic bis in die Nacht arbeitet und deswegen am Morgen wieder später kommt“, sagt Fabian.

Den Charakter als Studierendenportal möchten Fabian und Frederic nicht aus den Augen verlieren. „Wenn wir Ideen von Studenten umsetzen, belohnen wir die Studenten meist und halten Sie immer up to date, was mit ihrer Idee passiert“, sagt Fabian. Das Leben als Gründer möchte er nicht mehr aufgeben: „Die Chance für sich selbst zu arbeiten und sein eigener Herr zu sein, ist unbezahlbar.“

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