30
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Ausgabe#253

Sex macht Spaß - so tönt es von Plakaten, aus der Werbung, im Internet. “Single macht, was Single will” heißt es bei der wohl größten Online-Datingplattform. Ein freies, selbstbestimmtes und vor allem erfülltes Sexleben scheint heutzutage essentiell zu sein. Doch erschöpft sich Sex darin? Der offene Diskurs über Sex und Sexualität ist ein Signum der Moderne. Deshalb wollen wir vor allem über Sexualitäten sprechen, die häufig unterhalb der Wahrnehmungsschwelle bleiben. Als erwachsener Mensch keinen Sex zu haben ist weiterhin ein Tabuthema. Dabei gibt es manche Menschen, die kein oder kaum Interesse an sexuellen Handlungen haben. Asexuelle wie Lisa, die in diesem Heft porträtiert wird, haben kein Bedürfnis nach Sex und glücklichen Beziehungen. Auch in Fernbeziehungen können Paare nur selten sexuell aktiv werden. Telefonsex ist längst nicht mehr die einzige Alternative. Andere hingegen leben unfreiwillig enthaltsam. Sie sehnen sich nach intimen Beziehungen, die ihnen verwehrt sind. Im Hinblick auf die vieldiskutierte toxische Männlichkeit fragen wir, wie insbesondere Männer damit umgehen. Nicht weniger tabuisiert ist der Besuch und die Arbeit von Sexarbeiter*innen. Diese sind nach wie vor stigmatisiert, obwohl einige von ihnen unter selbst gewählten Bedingungen gerne dieser Arbeit nachgehen. Ja, ihr sogar eine therapeutische und selbstermächtigende Wirkung zuschreiben. Die Geschichte zweier Sexarbeiter*innen soll den üblichen Vorurteilen etwas entgegensetzen. Dass Sex nicht nur Lust und Leidenschaft ist, zeigt auch eine Reportage über den erpresserischen Versuch den Wohnungsmangel in Berlin auszunutzen. Ein Mieter versprach jungen Frauen einen Schlafplatz in seiner WG, wenn diese mit ihm schlafen. An der Humboldt-Universität öffnet das Islamische Institut nach langen Diskussionen seine Pforten für den Lehrbetrieb. Dieser ist indes am Institut für Sozialwissenschaften eingeschränkt. Zum WIntersemester 19/20 wurden zu viele Studierende angenommen, die Seminare sind überfüllt, Dozierende überfordert. Sex ist vielfältig, im Guten wie im Schlechten, ob man ihn hat oder nicht. Sensibel und offen miteinander umzugehen, sollte zu jeder Zeit selbstverständlich sein.

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