30
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Ausgabe#254

So sehr wir moderne Menschen uns auch für freizügig und aufgeklärt halten, gibt es eine Reihe von Themen über die wir kaum nachdenken und sprechen. Wäre unsere Gesellschaft ein Haus, gäbe es auch in ihm abseitige Zimmer und dunkle Keller, die wir nur selten betreten. Und doch sind sie da. Wir haben sie verdrängt. Aus Furcht, Abscheu, Bequemlichkeit...? Die Pflege der eigenen psychischen Gesundheit ist in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus gerückt. Im Alltag sind wir uns häufig jedoch nicht bewusst, welche unterbewussten Strukturen uns prägen. Eine Traumatherapeutin erzählt anhand ihrer Familiengeschichte, wie Traumata in der Familie über Generationen an die Nachkommen weiter- gegeben werden. Immer noch heikel ist auch das freie Ausleben transsexuellen und transves- titischen Begehrens. Insbesondere in konservativen und religiös gepräg- ten Familien und Milieus können normabweichende, tabuisierte Sexualitä- ten zu einem persönlich Risiko werden. Der 22-jährige Daniel ist gläubiger Muslim - und eine Dragqueen. Hier erzählt er von seinen Erfahrungen. Alle wissen, dass Obdachlosigkeit in Berlin ein gravierendes Problem ist. Aber über die Lebensumstände obdachloser Menschen ist wenig bekannt. Zum Glück gibt es Hilfsorganisationen, die sie im Alltag unterstützen. Scheinbare Selbstverständlichkeiten wie die tägliche Dusche sind dies eben nicht. Eine Reportage begleitet das sogenannte Duschmobil, das insbesondere Frauen bei der Hygiene unterstützt. Man sollte glauben, Liebe und Sex seien heutzutage so frei von Tabus wie nie zuvor. Eine Schranke bleibt in Deutschland aber weiter unange- tastet: der Inzest. Versuche der Entkriminalisierung solcher Beziehungen verlaufen regelmäßig im Sand. (Vaginaler) Geschlechtsverkehr kann eine jahrelange Gefängnisstrafe nach sich ziehen. Unsere Autorin gibt eine Übersicht über den Stand des Inzestverbots in Deutschland und der Argumente von Befürworter*innen und Gegner*innen.

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