Montag, 4 März 2024

„Berdreymi – beautiful beings“: Viel Schönes gibt es hier nicht

Der Berlinale-Film Berdreymi zeigt die liebevolle Freundschaft vier heranwachsender Jungen, die Schreckliches erleben müssen. Lichtblicke und Schönes gibt es hier nur in den kleinen Momenten.

Viceroy’s House – Liebe im geteilten Indien

1947, Delhi. Indien hat sich friedlich in die Unabhängigkeit gekämpft und doch scheint es sich nicht einen zu können. Das Vereinte Königreich entsendet einen Vizekönig, Lord Mountbatten und seine Familie, um das Land schrittweise in die Selbstherrschaft zu übergeben. Die muslimische Minderheit will jedoch nicht friedlich mit den Hindus und Sihks zusammenleben. Viele von ihnen wollen ihren eigenen Staat, Pakistan – das „Land der Reinen“.

L’ enlèvement de Michel Houellebecq

Wo war der französische Schriftsteller Michel Houellebecq im September 2011? Damals war der Skandalautor - er machte sich nicht zuletzt einen Namen durch islamophobe Aussagen und stark sexualisierte Passagen in seinen Romanen - für einige Tage nicht auffindbar. Die Presse rätselte über seinen Verbleib: Hatten Islamisten ihn geschnappt, weil er sagte „die dümmste Religion ist der Islam?“ War ihm der Trubel um seine Person zu viel, brauchte er einfach einige Tage eine Auszeit? Hatte er sich umgebracht?

Es war einmal in Deutschland – Humor hilft

Frankfurt am Main, 1946. Hitler ist tot, aber sie leben noch. David Bermann und seine jüdischen Freunde träumen vom Leben in Amerika. Um das nötige Geld für die Überfahrt zu besorgen, brauchen sie eine gute Idee. Was benötigen die Deutschen jetzt am dringendsten? Wäsche. Zusammen wollen sie das Wäsche-Geschäft von Davids Eltern wiederbeleben. Mit sehr viel Einfallsreichtum wickeln sie ihre Kundschaft um den Finger. Das Geschäft läuft. Doch die Vergangenheit ist nicht vergessen.

BERLINALE-KRITIK: Die defekte Katze – „Perfekt ist scheiße, Maman“

Die defekte Katze – „Perfekt ist scheiße, Maman“ Der Film „Die defekte Katze“ von Regisseurin Susan Gordanshekan aus der Sektion „Perspektive Deutsches Kino“ handelt von...

Pokot – Ein Schuss ins Leere

Mit welchem Recht dürfen Menschen Tiere töten? Duszejko schaut den Pfarrer eines trostlosen Bergdorfes an der polnisch-tschechischen Grenze tief in die Augen. „Gott hat sie dem Menschen untergeordnet“, lautet seine Antwort. Das ist kein Argument, nicht für Duszejko, die an Astrologie glaubt, nicht aber an Gott. Tränen schießen ihr in die Augen. Der Pfarrer ist in diesem polnischen Wettbewerbsbeitrag der Berlinale erschreckend böse zu ihr. Das hat einen Grund, auch er schießt gerne auf Tiere. Wie alle Männer im Dorf.

Ana, mon amour – Zwischen Liebe und Wahnsinn

Im Mittelpunkt des Films steht die Beziehung zwischen Toma und Ana. Die beiden lernen sich während eines gemeinsamen Literaturstudiums kennen, und dass mit Ana etwas nicht stimmt, erfährt Toma gleich bei ihrem ersten Date: Sie leidet unter heftigen Panikattacken, ist psychotisch und verlässt teilweise tagelang nicht ihre Wohnung. Bei einem Disput über Nietzsches Moralphilosophie wird Toma das erste Mal mit einem ihrer Anfälle konfrontiert: Ana hat ihre Pillen vergessen, woraufhin ihr panisch die Luft wegbleibt.

’71

In einem Trainingscamp in England kriechen junge Soldaten durch den Schlamm und klettern Wände hoch. Sie trainieren für den Ernstfall. Der Kamerablickwinkel fällt auf den jungen Gary Hook, gespielt von Jack O’Connell. Der britische Rekrut wird im Jahr 1971 nicht – wie erhofft – in Deutschland, sondern in Belfast stationiert. Mitten in bürgerkriegsartigen Zuständen soll die britische Einheit für Frieden zwischen Protestanten und Katholiken in der zweigeteilten Stadt in Nordirland sorgen.
Onward

Eine fantastische Reise – Pixars „Onward” feiert Weltpremiere

Pixars neuester Film ist eine Rückkehr zum klassischen Fantasy-Abenteuer. Onward beweist, dass auch altbekanntes spannend sein kann. 

Berlinale: „Everything will be ok“ or not?

Ein Wildschwein erhebt sich zum Herrscher und versklavt die letzten Menschen. Der französisch-kambodschanische Film Everything will be OK erzählt von Totalitarismen und wie wir blindlings in sie hineinfallen können. Er ist vermutlich der experimentellste und damit spannendste Film des Festivals.
Vega Films

Julia Trofimovas „Strana Sascha“: Auch in Russland leben Menschen

In ihrem Langfilmdebüt Strana Sascha erzählt Julia Trofimova die Geschichte von Sascha und Zhenja. Mit Fingerspitzengefühl nähert sie sich dabei der Frage, was ein Leben eigentlich ausmacht.

Berlinale: Was kann die Liebe verkraften in „Drii Winter“ von Michael Koch

Marco kann sein Glück nicht fassen. Er und Anna sind ein Paar, doch das gemeinsame Glück wird gleich zu Beginn durch den Spott der alteingesessenen Dorfgemeinschaft gestört. Als in Marcos Gehirn dann auch noch ein Tumor diagnostiziert wird, scheint das Schicksal der zwei Liebenden besiegelt. Micheal Kochs Film „Drii Winter“ bricht mit dieser gängigen Erzählkonvention und wagt sich an das Drama hinter der Diagnose.

Les adieux à la Reine (Leb wohl, meine Königin!)

Geschrieben von Simon Grimm Berlin, 11. Februar 2012 17. Juli 1789. Seit vier Tagen ist die Französische Revolution im Gange. König Louis XVI. will nach Paris fahren, sich der Lage stellen. Seine Gemahlin Marie Antoinette versucht ihn zurückzuhalten. Er entgegnet: „Das Volk will nicht nur Brot, es will auch Macht.“
Exil

Der Alman in dir (und mir?) – Visar Morinas „Exil”

Visar Morinas Exil bietet einen spannenden Beitrag zur ‘Alman’-Debatte, spielt dabei aber gewaltig mit dem Feuer.

Return to Montauk – Der Ort ganz am Ende

Für die Premiere seines neusten Buches reist der Autor Max Zorn nach New York. Seine Lebensgefährtin Clara hat die Veröffentlichung in den USA mit vorbereitet und wartet dort bereits auf ihn. In seinem Roman geht es um das Scheitern einer Liebe zu einer anderen Frau. In New York angekommen, erinnert sich Max an die Frau von damals. Rebecca ist mittlerweile erfolgreiche Anwältin und erst nach einigem Zögern stimmt sie einem Wiedersehen mit Max zu. Zusammen fahren sie nach Montauk, der Ort, an dem sie damals „Weltmeister im Glücklichsein“ waren.
Copyright: Koch Films

Suburra – Rambazamba in Rom

Morgens geht Filippo Malgradi ins Parlament. Er trägt dann einen dunklen Anzug und er geht schnell, schneller als alle anderen, als die Touristen und Journalisten, die an dem kleinen Hügel gemächlich über das krumme Kopfsteinpflaster spazieren. Malgradi (Pierfrancesco Favino) muss an ihnen vorbei in den Palazzo Montecitorio. Malgradi ist hier eine wichtige Persönlichkeit. Er ist Politiker. Er hat einen klaren Auftrag und der kommt vom Volk.

Das Beste zum Schluss

Geschrieben von Franziska Sedlbauer Berlin, 19. Februar 2012 Am gestrigen Abend fand die feierliche Abschlussgala der 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin statt. Anke Engelke war Gastgeberin der Veranstaltung im Berlinale Palast am Potsdamer Platz. Zum Finale der Berlinale wurden unter anderem die Gewinner des Goldenen und der Silbernen Bären in der Sektion Wettbewerb bekanntgegeben.

Taxi Teheran

Nach dem unglaublichen Erfolg von Taxi Teheran auf der diesjährigen Berlinale war es nur eine Frage der Zeit, dass Jafar Panahis Film ins Kino kommt. Zu Recht, meint unser Redakteur, der sich auf die cineastische Taxifahrt durch Irans Hauptstadt eingelassen hat.

Hardcore – kein besonders guter Film

Hardcore war kein besonders guter Film. Aber er war ab 18, und ich war es nicht. Was also machen? Nachdem ich bei Django Unchained als 15-Jähriger mit Mamas Erlaubniszettel kläglich gescheitert war, musste diesmal ein anderer Plan her. Nur blöd, dass es Sommer und 20 Grad im Schatten war - mit Verkleidung wäre ich zerflossen. Meine geheime Hoffnung: in der Menge meiner drei volljährigen Freunde ginge ich schon unter, da vermutet doch keiner einen kleinen 17-Jährigen, der auch cool sein möchte. An der Kinokasse angekommen hatte ich bereits einen Plan B im Kopf. So oder so würde es heute zum Regelbruch kommen.

Diplomatie

Volker Schlöndorffs "Diplomatie" lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: Befehl, Disziplin, Pflicht, Verantwortung. Schlöndorffs cineastische Inszenierung des gleichnamigen Theaterstücks von Cyril Gély ist mitreißend und schlüssig. Doch am Ende des Films erfolgen gleich zwei Befehlsverweigerungen.