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	<title>UnAuf</title>
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	<description>Studierendenzeitung der Humboldt-Universität zu Berlin</description>
	<lastBuildDate>Sun, 19 May 2013 08:00:15 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Abschluss &#8211; Arbeit</title>
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		<pubDate>Sun, 19 May 2013 08:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Master]]></category>

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		<description><![CDATA[Geschrieben von Charlotte Vollenberg und Marie Heinrichs

Berlin, 19. Mai 2013

Bachelorabsolventen drängen auf dem Arbeitsmarkt - wie stehen ihre Chancen?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2739" class="wp-caption alignnone" style="width: 332px"><a href="http://www.unauf.de/wp-content/uploads/2013/05/17_AnnaLechner1.jpg"><img class=" wp-image-2739    " title="17_AnnaLechner" src="http://www.unauf.de/wp-content/uploads/2013/05/17_AnnaLechner1.jpg" alt="" width="322" height="378" /></a><p class="wp-caption-text">Illustration: Anna Lechner</p></div>
<p>Geschrieben von Charlotte Vollenberg und Marie Heinrichs</p>
<p>Berlin, 19. Mai 2013</p>
<p>In vielen Fächern kann man heute nach in der Regel drei Jahren Studium einen Hochschulabschluss erwerben. Doch viele Studierende fragen sich, was der mit der Bologna-Reform eingeführte Bachelor denn überhaupt wert ist und welche Chancen er auf dem Arbeitsmarkt eröffnet. Absolventen, Hochschulen und Arbeitgeber beteiligen sich an der öffentlichen Debatte um den neuartigen Abschluss.</p>
<p>Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hat, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, gemeinsam mit dem Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) und der Hochschul-Informations-Systems-GmbH (HIS) versucht, die Arbeitsmarktbefähigung und -akzeptanz von Bachelorstudierenden und -absolventen zu ermitteln. Der Bericht “Mit dem Bachelor in den Beruf“ stellt nun die Erkenntnisse der Befragung von Bachelorstudierenden, Bachelorabsolventen und Unternehmen sowie Vergleichsstichproben mit Studierenden traditioneller Studiengänge aus dem Jahr 2010 vor. Darin ist einerseits zu erfahren, dass fast zwei Drittel der erwerbstätigen Fachhochschul- und mehr als die Hälfte der Universitätsbachelors mit ihrer aktuellen beruflichen Situation zufrieden bis sehr zufrieden sind. Andererseits gelang es Ersteren zu 19 Prozent und Letzteren zu 28 Prozent nicht, eine Stelle zu finden, die einem Hochschulabschluss angemessen ist.</p>
<p>„Ich möchte mir nicht anmaßen, dies zu pauschalisieren, gebe aber zu, dass ich den Eindruck habe, dass man mit einem Bachelorabschluss nicht wirklich weit kommt“, meint Luise Künnemann. Die 21-Jährige studiert Medientechnik im sechsten von sieben Semestern Regelstudienzeit an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK). Sie selbst würde nach dem Bachelorabschluss gern direkt einen Master anhängen, um vor allem bezüglich Führungspositionen besser auf das Berufsleben vorbereitet zu sein. „Ich denke, dass fünf Jahre Studium und zwei große Abschlussarbeiten schon besser sind als der ‚kleine&#8217; Bachelor, der ja meist ‚nur&#8217; drei Jahre geht“, erklärt Künnemann ihren Standpunkt.</p>
<p>Rosemarie Schwartz-Jaroß, Leiterin des Referats Beruf und Wissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin (HU), kann Künnemanns Standpunkt untermauern: „Möchte man ins höhere Managment, dann empfehlen wir den Master. So auch im Wissenschaftsbereich und in gewissen politischen Institutionen.“ Bei der Vorbereitung auf die Berufswelt sei der Bachelor eine Art erster Schritt. „Mit dem Bachelor hat man sein Handwerkszeug mitbekommen, aber man sollte auf jeden Fall seinen Kompetenzbereich stetig erweitern“, empfiehlt sie. Zusätzliche Qualifikationen wie Zertifikate, Praktika oder Sprachen würden beim zukünftigen Arbeitgeber meist den Ausschlag geben. Auch der Bericht des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft zeigt, dass die große Mehrheit der Personalverantwortlichen in Unternehmen einen generellen Nachbesserungsbedarf bei den Bachelorstudiengängen sieht. 76 Prozent der Befragten bemängelten einen zu niedrigen Praxisbezug der Lehrinhalte. Ebenso geben die befragten Studierenden als wichtigen Verbesserungswunsch die Möglichkeit an, während des Studiums ohne Zeitverzug ein Praktikum absolvieren zu können.</p>
<p>„Ich persönlich finde, dass es zunächst einmal stimmt, dass der Bachelor sehr vollgepackt ist – allein schon durch die Umrüstung vieler fünfjähriger Diplomstudiengänge auf den viel kürzeren Bachelor. So bleibt nicht immer Zeit, seinen Horizont außerhalb des Studiums zu erweitern“, gibt auch Luise Künnemann zu bedenken. An der HWTK sei jedoch glücklicherweise ein Praxissemester Pflicht, wodurch ein „erzwungener“ Blick über den Tellerrand garantiert sei. „Ich denke, das ist wichtig – sowohl für die eigene Spezialisierung als auch um der Gefahr vorzubeugen, dass der persönliche Kompetenzbereich nur mit dem Bachelorstudium zu begrenzt sein könnte“, erläutert sie. Neben allen Einwänden ergibt der Bericht des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft aber auch, dass bei Unternehmen, die generell Akademiker beschäftigen, vor allem drei Kriterien für Bedeutung sind, wenn es um die die Besetzung von höheren Fach- oder Führungspositionen geht: Identifikation mit den Unternehmenszielen, Leistungsmotivation und Kommunikationsfähigkeit. Ein Masterabschluss wurde lediglich von 4,4 % dieser Unternehmen als sehr wichtig bewertet.</p>
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		<title>Versuchskaninchen Student</title>
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		<pubDate>Fri, 17 May 2013 08:10:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Studieren]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Versuchskaninchen]]></category>

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		<description><![CDATA[Geschrieben von Miriam Nomanni

Berlin, 17. Mai 2013

Das Klischee eines Studierenden vereint zwei typische Merkmale: Experimentierfreudigkeit und notorischer Geldmangel. Dies hat die Forschung schnell erkannt, sodass man sich als Studierender vor Angeboten für die Teilnahme an wissenschaftlichen Studien kaum retten kann. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2731" class="wp-caption alignnone" style="width: 347px"><a href="http://www.unauf.de/wp-content/uploads/2013/05/Foto2.jpg"><img class=" wp-image-2731   " title="Foto(2)" src="http://www.unauf.de/wp-content/uploads/2013/05/Foto2.jpg" alt="" width="337" height="478" /></a><p class="wp-caption-text">Miriam Nomanni, 21, studiert Rechtswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und ist Online-Ressortleiterin bei der UnAufgefordert, Foto: Privat</p></div>
<p>Geschrieben von Miriam Nomanni</p>
<p>Berlin, 17. Mai 2013</p>
<p>Das Klischee eines Studierenden vereint zwei typische Merkmale: Experimentierfreudigkeit und notorischer Geldmangel. Dies hat die Forschung schnell erkannt, sodass man sich als Studierender vor Angeboten für die Teilnahme an wissenschaftlichen Studien kaum retten kann. Ob man sich nun bei universitären Plattformen angemeldet hat oder einfach über einen Aushang in der U-Bahn stolpert – für jeden scheint etwas dabei zu sein.</p>
<p>Diese freiwilligen Studien haben zwei klare Vorteile: Der Studierende verdient sich ein kleines Taschengeld und die Forschungsinstitute bekommen ihre Probanden. Für Psychologiestudenten ist die Sachlage eine andere. Geld gibt es nicht, aber nützliche Punkte für das Studium &#8211; auch so ist ein Stamm Studienteilnehmer gesichert. Daran erscheint zunächst wirklich nichts verwerflich. In den allermeisten Fällen sind solche Experimente völlig harmlos und höchstens mit zeitlichen Unannehmlichkeiten verbunden.</p>
<p>Problematisch wird es jedoch, wenn es nicht mehr um psychologische Experimente geht, sondern um Blutspenden oder Medikamententests. Auch daran ist grundsätzlich nichts Schlechtes zu finden. Doch wird, wenn der Spender eine Aufwandentschädigung erhält, praktisch die Gesundheit mit Geld aufgewogen. Dies wird kritisch, wenn sich die Teilnehmer aus Geldnot über den üblichen Rahmen solcher Tests und Spenden hinaus zur Verfügung stellen. Die zahlenden Einrichtungen tragen dabei einen großen Teil der Verantwortung, solchen Missbräuchen entgegenzuwirken. Aber auch die Betroffenen selbst sollten sich immer nach ihren inneren Beweggründen fragen, wegen denen sie als Spender fungieren. So pathetisch das auch klingen mag &#8211; schöner ist es doch, wenn die Blutspende primär anderen Menschen helfen beziehungsweise die Teilnahme an Tests dem wissenschaftlichen Fortschritt dienen soll, die Bezahlung aber lediglich als kleiner Bonus anzusehen ist. Psychotest, Blutspenden &amp; Co. sind also vollkommen legitim, solange sich ihre Häufigkeit im Rahmen hält und sich der Studierende eben nicht zum „Versuchskaninchen“ machen lässt. Ansonsten wären Bereiche des gesundheitlich sowie ethisch Fragwürdigen schnell erreicht. Und letztendlich gibt es auch noch andere Nebenjobs, die in Frage kämen. Oder?</p>
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		<title>Experimentierfreudig</title>
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		<pubDate>Fri, 17 May 2013 08:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Versuchskaninchen]]></category>

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		<description><![CDATA[Geschrieben von Jasper Riemann

Berlin, 17. Mai 2013

Fast jedem Studierenden stellt sich irgendwann zwangsläufig die Frage nach einem Nebenjob. Pizzabote, Nachhilfelehrer oder - ganz klassisch - Kellner: Die Liste der Studentenjobs ist lang und vielfältig. Abseits der typischen Geldquellen gibt es alternative Möglichkeiten, sich schnell und einfach ein paar Euros dazuzuverdienen. Eine davon ist der Psychologische Experimentalserver des Instituts für Psychologie Adlershof (PESA). ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2722" class="wp-caption alignnone" style="width: 523px"><a href="http://www.unauf.de/wp-content/uploads/2013/05/1819illu_Versuchskaninchen-Student_marie-heinrichs.jpg"><img class=" wp-image-2722   " title="18:19illu_Versuchskaninchen Student_marie heinrichs" src="http://www.unauf.de/wp-content/uploads/2013/05/1819illu_Versuchskaninchen-Student_marie-heinrichs.jpg" alt="" width="513" height="394" /></a><p class="wp-caption-text">Illustration: Marie Heinrichs</p></div>
<p>Geschrieben von Jasper Riemann</p>
<p>Berlin, 17. Mai 2013</p>
<p>Fast jedem Studierenden stellt sich irgendwann zwangsläufig die Frage nach einem Nebenjob. Pizzabote, Nachhilfelehrer oder &#8211; ganz klassisch &#8211; Kellner: Die Liste der Studentenjobs ist lang und vielfältig. Abseits der typischen Geldquellen gibt es alternative Möglichkeiten, sich schnell und einfach ein paar Euros dazuzuverdienen. Eine davon ist der Psychologische Experimentalserver des Instituts für Psychologie Adlershof (PESA).</p>
<p>„Ich bin bei PESA angemeldet, weil ich damit einerseits einen Teil zur Forschung beitragen kann und mich andererseits das Geld reizt,“ sagt Maximilian Zschech. Der 19-Jährige studiert Germanistische Linguistik im zweiten Semester an der Humboldt- Universität zu Berlin (HU). „PESA ist der zentrale Server, über den das Institut für Psychologie sowie das Institut für Linguistik und deutsche Sprache ihre Experimente anbieten“, erklärt er. Über einen Freund, der Psychologie studiert, hat Zschech von dem Angebot erfahren. Daraufhin hat er sich bei dem Server angemeldet und bereits an mehreren Experimenten teilgenommen, für die er je sieben bis acht Euro bekommen hat. Wer sich bei PESA anmeldet, erhält automatisch Einladungen zu Experimenten, die dem individuellen Teilnehmerprofil entsprechen. Diese Profile werden bei der Anmeldung erstellt. „Ich bin Brillenträger und werde daher zu vielen Experimenten gar nicht erst eingeladen“, so Zschech. Momentan erhält er Einladungen zu etwa drei bis vier Experimenten im Monat. Er meint aber: „Mein Profil ist speziell. Ich gehe davon aus, dass der Großteil der Angemeldeten mehr Einladungen bekommt als ich.“</p>
<p><strong>Für die psychologische Forschung ist es sehr wichtig, Empathie mit den Versuchspersonen zu erlernen.</strong></p>
<p>PESA arbeitet mit einem Filtersystem und bestimmte Personen können auch wieder aus dem Verteiler entfernt werden: „Wenn man zu bereits bestätigten Terminen nicht erscheint, kriegt man Minuspunkte. Ab einer bestimmten Anzahl bekommt man keine Einladungen mehr.“ Zschech selbst möchte sich später auf Psycholinguistik spezialisieren und findet dieExperimente daher auch aus fachlichen Gründen ansprechend. Um was es in den Experimenten genau geht, darüber dürfen die Teilnehmer keine Auskunft geben. Am Ende jeder Durchführung müssen sie mit einer Unterschrift versichern, Stillschweigen zu bewahren.</p>
<p>Im Gegensatz zu Zschech bekommt die Psychologiestudentin Lena Fliedner kein Geld für die Teilnahme an Experimenten. „Man muss als Psychologiestudierender 120 Versuchspersonenmarken sammeln. Dafür kriegt man einen Studienpunkt, den man nur auf diese Weise erhält“, erklärt die 21-Jährige. 120 Versuchspersonenmarken entsprechen dabei etwa 30 Stunden Teilnahme an Experimenten.</p>
<p>Für die psychologische Forschung sei es sehr wichtig, Empathie mit den Versuchspersonen zu erlernen, weiß Dr. Christophe Blaison, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Psychologie. Die Psychologiestudierenden sollen die Seite der Untersuchten kennenlernen, bevor sie selbst zum Untersucherwerden. Außerdem sei es für das Institut günstiger, weil es die eigenen Studierenden nicht bezahlen müsse. Für fachfremde Teilnehmer zahle das Institut fünf bis acht Euro pro Stunde, in Ausnahmefällen mehr. Blaison beschreibt den typischen Ablauf eines Experiments wie folgt: „Nachdem die Versuchspersonen ihre Teilnahme bestätigt haben, kommen sie zum vereinbarten Ort und müssen eine Einverständniserklärung unterzeichnen.“ Danach werde das Experiment durchgeführt.</p>
<p><strong>Ich verdiene mir mit diesen Experimenten wein wenig dazu. Nebenjob würde ich das aber nicht nennen.</strong></p>
<p>Am Ende erhielten die Teilnehmer dann ihr Geld und der Versuchsleiter informiere sie über Sinn und Zweck des Experiments. Damit die Versuche in einem ethisch angemessenen Rahmen bleiben, gebe es eine Ethikkommission, so Blaison. Sie prüfe jedes Experiment auf seine Durchführbarkeit und lehne durchaus auch Anträge ab. So seien beispielsweise Experimente verboten, bei denen die Versuchspersonen psychische Schäden davontragen könnten.</p>
<p>Wie zulässige Experimente aussehen können, weiß Gastprofessorin Berry Claus vom Institut für Linguistik und deutsche Sprache. Sie erzählt von einem Experiment, das weit genug in der Vergangenheit liegt, um darüber berichten zu können: „Die Teilnehmer mussten ihre Hand auf oder unter einen Tisch legen und dabei gegen diesen drücken.“ Gleichzeitig seien ihnen Sätze gezeigt worden, die das Verb „wollen“ enthalten, beispielsweise „Doris will Eis essen.“ Der Versuch ergab, dass die Studierenden die Sätze schneller verarbeiten und auf sie reagieren konnten, wenn sich die Hand unter dem Tisch befand. Das Experiment lieferte laut der Expertin für Psycholinguistik Aufschluss über das Zusammenwirken von Sprachverarbeitung und aktivem Handeln. Mitunter kann die Teilnahme an den Versuchen auch etwas anstrengend sein, findet Psychologiestudentin Fliedner.</p>
<p>Sie selber hat unter anderem an einer Studie der biologischen Psychologie teilgenommen, bei der die Versuchsleiter mittels einer sogenannten EEG-Kopfhaube messen konnten, welche Hirnareale bei bestimmten Bewegungen aktiv werden. Fliedner schätzt die Bedeutung der Experimente insgesamt als sehr hoch ein: „Gerade die Psychologie ist eine empirische Wissenschaft, die ohne solche Studien nicht funktionieren würde.“</p>
<p>Sozialpsychologe Blaison bestätigt, dass Experimente als höchste Form der Erkenntnisgewinnung eine besonders hohe Stellung in der Psychologie haben. Die Erkenntnisse aus den Studien hätten außerdem oftmals gesellschaftliche und politische Relevanz – etwa, wenn die schmerzlindernde Wirkung von Haustieren als günstigere und gesündere Alternative zu Schmerzmitteln erforscht wird. Fraglich bleibt, ob die Experimente, die über PESA ausgeschrieben werden, als lukrativer Nebenjob für Studierende betrachtet werden können. Maximilian Zschech resümiert: „Ich verdiene mir mit den Experimenten ab und an ein wenig dazu – Nebenjob würde ich das aber nicht nennen.“</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Diesmal: Die Veröffentlichung der zweiten EP</title>
		<link>http://www.unauf.de/2013/05/15/diesmal-die-veroffentlichung-der-zweiten-ep/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 May 2013 08:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[CD]]></category>
		<category><![CDATA[Naked Feen]]></category>
		<category><![CDATA[Norway]]></category>
		<category><![CDATA[Worauf warstest du?]]></category>

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		<description><![CDATA[Protokolliert von Mara Hofner

Berlin, 15. Mai 2013

Ein Sinnbild für Ruhe, Natur und den Weg zu sich selbst – das ist Norwegen für mich. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.unauf.de/wp-content/uploads/2013/05/26_foto_WWD_JanisBrod_neu.jpg"><img class=" wp-image-2718   " title="26_foto_WWD_JanisBrod_neu" src="http://www.unauf.de/wp-content/uploads/2013/05/26_foto_WWD_JanisBrod_neu.jpg" alt="" width="442" height="339" /></a></p>
<p>Protokolliert von Mara Hofner</p>
<p>Berlin, 15. Mai 2013</p>
<p>Ein Sinnbild für Ruhe, Natur und den Weg zu sich selbst – das ist Norwegen für mich. “Norway“ ist aber auch der Name der neuen EP meiner Band “Naked Feen“, auf deren Erscheinen ich momentan warte. Während sich die Musik auf unserer ersten, selbstprodzierten EP verhältnismäßig leicht der Indie-Rock-Kategorie zuordnen lässt, sind wir nun auf der zweiten experimentierfreudiger geworden. Diese haben wir im Studio aufgenommen. Diesmal erklingen erstmals auch ruhigere, aber trotzdem tanzbare Töne.</p>
<p>Eine der größten Schwierigkeiten während der Entstehung der EP war es, die musikalischen Vorstellungen aller Bandmitglieder unter einen Hut zu bekommen. Ich bin Gitarrist. Außer mir besteht die Band noch aus Matthias, Markus und Volker. Jeder geht einfach anders an die Sache heran und man muss sich darauf verlassen können, dass jedes Bandmitglied seinen Part perfekt eingeübt hat.</p>
<p>Das Erscheinen der EP werde ich erstmal mit meinen Bandkollegen und vielen Bieren in unserer Lieblingskneipe feiern. Danach heißt es für uns wieder warten. Warten auf unseren ersten Auftritt in Berlin, der im September stattfinden soll.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Draußen vor der Tür</title>
		<link>http://www.unauf.de/2013/05/14/drausen-vor-der-tur/</link>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2013 18:55:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Schaubühne]]></category>
		<category><![CDATA[Theaterkritik]]></category>
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		<description><![CDATA[Geschrieben von Miriam Lenz

Berlin, 14. Mai 2013

Die Bühne liegt im Halbdunkel, der Boden ist bedeckt mit Bergen aus Stoff in schwarz-rot-gold, sieben Gestalten in langen Mänteln stehen dicht gedrängt am Rand der Bühne. Sie flüstern, wispern, zischen im Chor: „Ein Mann kommt nach Deutschland. Er war lange weg der Mann. Sehr lange. Vielleicht zu lange. Und er kommt ganz anders wieder, als er wegging.“ ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2744" class="wp-caption alignnone" style="width: 520px"><a href="http://www.unauf.de/wp-content/uploads/2013/05/Draussen6764.jpg"><img class=" wp-image-2744   " title="Draussen6764" src="http://www.unauf.de/wp-content/uploads/2013/05/Draussen6764.jpg" alt="" width="510" height="339" /></a><p class="wp-caption-text">Draußen vor der Tür, Foto: Heiko Schäfer</p></div>
<p>Geschrieben von Miriam Lenz</p>
<p>Berlin, 14. Mai 2013</p>
<p>Die Bühne liegt im Halbdunkel, der Boden ist bedeckt mit Bergen aus Stoff in schwarz-rot-gold, sieben Gestalten in langen Mänteln stehen dicht gedrängt am Rand der Bühne. Sie flüstern, wispern, zischen im Chor: „Ein Mann kommt nach Deutschland. Er war lange weg der Mann. Sehr lange. Vielleicht zu lange. Und er kommt ganz anders wieder, als er wegging.“ Die Rede ist von Beckmann, dem Soldaten aus Wolfgang Borcherts Drama „Draußen vor der Tür“ aus dem Jahr 1947, das an diesem Abend unter der Regie von Volker Lösch an der Berliner Schaubühne aufgeführt wird.</p>
<p>Beckmann, Unteroffizier der Wehrmacht, kehrt nach dem Krieg aus der Gefangenschaft in seine Heimat zurück. Schwer traumatisiert lässt ihn der Krieg nicht los, verfolgt ihn in seinen Träumen,  bestimmt sein ganzes Leben. Die sieben Schauspieler und Schauspielerinnen kämpfen sich über die schwarz-rot-goldenen Stoffberge wie über ein Schlachtfeld, sie alle sind Beckmann, sie alle ringen mit den Geistern der Vergangenheit. Es wird schnell klar, dass es Lösch in seiner Inszenierung weniger um das individuelle Schicksal Beckmanns geht, als viel mehr um die kollektiven Kriegserfahrungen einer ganzen Generation. So hat er die Geschichte Beckmanns mit Texten aus „Soldaten. Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben“, herausgegeben von Sönke Neitzel und Harald Welzer, verwoben. Mit welcher Routine, Gefühllosigkeit, ja teilweise mit welchem Stolz Wehrmachtssoldaten in diesen Protokollen vom Töten und Quälen anderer Menschen sprechen, ist schockierend und verstörend. Doch trotz aller Intensität der Texte bewegt die Inszenierung den Zuschauer in vielen Momenten nicht recht: Vieles wirkt zu laut, zu bemüht, zu platt und über weite Strecken sprechen alle sieben Darsteller im Chor, was vor allem Borcherts schlichte, eindringliche Sprache nicht ihre volle Kraft und Wirkung entfalten lässt. Nach anderthalb Stunden kämpfen sich die Schauspieler ein letztes Mal kollektiv durch Borcherts Sätze, dann liegt die Bühne im Dunkeln.</p>
<p>Bis hierhin ist dies ein mittelprächtiger Theaterabend gewesen, der viele Chancen, das Publikum im Innersten zu berühren, ungenutzt gelassen hat. Doch dann geht das Licht wieder an und in der Mitte der Bühne steht ein einzelner Mann. Er ist Ende 40, schmächtig, trägt eine sandfarbene Hose, einen dunklen Pullover und kurze Haare. Andreas Timmermann-Levanas ist kein Schauspieler, nein, er ist Oberstleutnant a. D. und Afghanistan-Veteran. Auf der großen Bühne wirkt er ein wenig verloren, in der Hand hält er kleine Zettel, auf die er während seines Vortrags immer wieder schaut. Er erzählt von seinem Einsatz in Afghanistan, davon, dass es auch im Jahr 2013 deutsche Kriegsheimkehrer gibt, traumatisiert, wie Beckmann in „Draußen vor der Tür“.</p>
<p>„Warum bist du überhaupt zur Bundeswehr gegangen?“, unterbricht ihn ein junger Mann aufgebracht. Aber Timmermann-Levanas lässt sich nicht aus dem Konzept bringen und berichtet weiter ganz sachlich davon, was der Krieg mit den Soldaten macht, mit ihren Partnern, mit ihren Familien. Und davon, wie die deutsche Gesellschaft und deutsche Politiker so tun, als ob es sie, die Veteranen, nicht gäbe. Schon gar nicht traumatisiert. Seine Schilderungen sind ruhig und doch eindringlich und vielleicht gerade deshalb so bewegend.</p>
<p>Nachdem Timmermann-Levanas geendet hat, kommen die sieben Schauspieler zurück auf die Bühne, auch der Regisseur Volker Lösch erscheint und eine Diskussion zwischen ihnen und dem Publikum entsteht. Es geht um Löschs Intentionen bei seiner Inszenierung von Borcherts „Draußen vor der Tür“, um Krieg als solches, um Afghanistan im Speziellen, um das mangelnde Bewusstsein der deutschen Gesellschaft für die Folgen der Auslandseinsätze der Bundeswehr. Die Menschen teilen ihre Ansichten, sie denken laut nach, sie kritisieren, sie fragen.</p>
<p>Dieser spontane Austausch zwischen Schauspielern, Regisseur, Afghanistan-Veteran und Publikum, diese Verbindung von Kunst, Politik und Gesellschaft, dieser künstlerische Bezug zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Problemen lässt den Abend dann doch noch zu etwas ganz Besonderem werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em></em><em>Uraufführung: 25. Januar 2013</em><br />
<em>Regie:</em><em></em><em> Volker Lösch</em><br />
<em>Weitere Termine: 30. Mai 2013 um 20 Uhr<br />
</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Im grünen Bereich</title>
		<link>http://www.unauf.de/2013/05/13/im-grunen-bereich/</link>
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		<pubDate>Mon, 13 May 2013 19:17:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nom</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Co2-Bilanz]]></category>
		<category><![CDATA[Grün]]></category>
		<category><![CDATA[Naturschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Titel]]></category>

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		<description><![CDATA[Geschrieben von Susanne Schwarz, Charlotte Vollenberg, Vera Weidenbach

Berlin, 13. Mai 2013

Umweltschutz ist längst keine Randerscheinung mehr – wie Hochschulen wie die HU ihren Beitrag zur Energiewende leisten können.]]></description>
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<p>Geschrieben von Susanne Schwarz, Charlotte Vollenberg, Vera Weidenbach</p>
<p>Berlin, 13. Mai 2013</p>
<p>Keine Frage – Grün ist „in“ &#8211; und zwar seit Jahren nicht mehr nur im linksalternativen Milieu. Ökologische Themen müssen nicht mehr durch einen turnschuhtragenden Joschka Fischer provokant in die Bundespolitik getragen werden. Politiker aller Ebenen diskutieren die Energiewende und bemühen sich um die Reduktion der Kohlendioxidemission, um dem Klimawandel zu begegnen. Längst scheint der Schutz unseres Lebensraums im politischen Mainstream angekommen zu sein.</p>
<p>Auch in der universitären Forschung spielen ökologische Themen eine immer zentralere Rolle. Neben anderen wissenschaftlichen Instituten sind Universitäten die Keimzellen der Klimaforschung &#8211; und zwar nicht nur in Studiengängen im Umweltbereich, sondern fächerübergreifend: In der Stadtplanung und der Architektur suchen Forscher nach Konzepten für Klima- und Umweltfreundlichkeit. Die Ingenieurswissenschaften bieten eine Plattform für die Entwicklung moderner Technologien im Sinne einer Energiewende. Dazu kommen rechts- und politikwissenschaftliche Aspekte des Umweltmanagements. Wenn es um Phänomene wie Klimamigration geht, beschäftigt sich auch die Soziologie mit der grünen Wissenschaft.</p>
<p>Das Studienangebot sowie weiterführende Forschungsprojekte der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) beinhalten nicht wenige dieser Disziplinen. In wenigen Wochen soll außerdem das interdisziplinäre Forschungsinstitut “IRI THESys“ an den Start gehen, das nach Wegen für einen weltweiten gesamtgesellschaftlichen Wandel in Bezug auf Versorgungs- und Energiesysteme suchen wird.</p>
<p>Auch als Institution möchte die HU grün sein. „Die Humboldt-Universität wurde als Reformuniversität gegründet, um in eigener Verantwortung herausragende wissenschaftliche Leistungen zu ermöglichen und durch kritisches Wissen die gesellschaftliche Entwicklung zu fördern“, heißt es in der Präambel der Umweltleitlinien der HU. Das Vorhaben, die natürlichen Lebensgrundlagen für nachfolgende Generationen zu erhalten, soll mit der Forschung aber nicht zu Ende sein. „Der Umweltschutz wird damit zur ständigen Aufgabe aller Mitarbeiter und in besonderer Weise durch die Universitätsleitung gefördert“, lässt die HU in ihren Leitlinien verlauten.</p>
<p>Wie es um die Umsetzung dieses ambitionierten Vorsatzes bestellt ist, weiß Erik Thielecke. Der ausgebildete Energie- und Versorgungstechniker ist der Energiebeauftragte der HU. „In meinem Einflussbereich versuchen wir alles zu tun, um auf eine sparsame Energieverwendung zu achten“, beginnt er seine Erklärung zu den universitären Umwelt- und Klimamaßnahmen, fügt aber sogleich hinzu: „Soweit wir das mit unseren technischen Anlagen können.“ Denn so große Institutionen wie Universitäten haben mit ganz anderen Herausforderungen als kleine Privathaushalte zu kämpfen, wenn es um das Einsparen von Energie geht. Allein die technischen Geräte, die insbesondere auf dem Campus Adlershof unabdingbar für die wissenschaftliche Arbeit sind, benötigen Strom sowie Klimatisierung und verursachen gerade im chemischen Bereich potenziell umweltschädlichen Sondermüll. Auch im normalen Studienbetrieb finden sich energierelevante Faktoren. W-LAN, das rund um die Uhr verfügbar ist, PC-Arbeitsplätze sowie klimatisierte Hörsäle gehören heutzutage zur Grundausstattung einer Universität. Zwar sei der Umfang einer solchen Arbeitsumgebung an deutschen Hochschulen im internationalen Vergleich noch bescheiden, sagt Thielecke. Der Trend gehe aber auf jeden Fall zu einer weitergehenden Ausgestaltung. Studierende würden das auch als Qualitätsmerkmal für ihre Ausbildungsstätte ansehen, so der Energiebeauftragte.</p>
<p><strong>Wir versuchen alles, um auf eine sparsame Energieverwendung zu achten.</strong></p>
<p>Auf die Frage, woher die HU den Strom bezieht, der diese Studienbedingungen ermöglicht, kann Thielecke ebenfalls Auskunft geben. Die Universität beteilige sich an der öffentlichen Ausschreibung für den Strombezug des Landes Berlin. Diese hat das schwedische Staatsunternehmen “Vattenfall“ als versorgenden Energiekonzern ergeben. Als selbstständige Körperschaft müsse die HU zwar an solchen Ausschreibungen nicht zwangsläufig teilnehmen, jedoch sprächen vor allem Kostengründe dafür, erklärt Thielecke. Bei den ausgeschriebenen Strommengen, die bei allen teilnehmenden öffentlichen Institutionen zusammenkommen, orientiere sich der Strompreis am Börsenpreis und sei dementsprechend weitaus günstiger. Auch der Verwaltungsaufwand für eine eigene Ausschreibung spreche gegen eine solche, so der Energiebeauftragte.</p>
<p>Die gemeinsame Ausschreibung mache es allerdings unmöglich, als Einzelinstitution darauf zu bestehen, nur Ökostrom zu beziehen. Zur Zeit werde die HU dennoch zufällig zu annähernd 100 Prozent mit grüner Energie versorgt, erklärt Thielecke. Dabei handele es sich aber nur um eine Bilanzrechnung. Der Strom stamme aus Überschüssen skandinavischer Kraftwerke, die hauptsächlich auf erneuerbare Energie setzen.</p>
<p><strong>Rund 5 Millionen Euro zahlt die HU jährlich für Strom.</strong></p>
<p>Eine solche Bilanzierung ist üblich: Erneuerbare Energiequellen produzieren je nach Wetterlage ein Überangebot an Strom – reicht die Kundschaft für diesen Strom nicht aus, müssen entweder Kraftwerke zeitweilig abgeschaltet werden, oder die Überschüsse werden an Kunden geleitet, die nicht ausdrücklich Ökostrom gebucht haben. Ökostrom, der auf diese Weise in Bilanzen von Kunden der Energiekonzerne auftaucht, ist zwar prinzipiell nicht weniger grün als explizit bezahlter Strom aus erneuerbaren Quellen – doch die Energiewende wird so auch nicht weiter gefördert. Bestehende, umweltschädliche Kraftwerke werden nicht durch ökologisch sinnvollere Energiequellen ersetzt. Sollte Vattenfall keine Überschüsse an Ökostrom mehr haben, wird auch die Strombilanz der HU automatisch wieder Kohle, Gas und Co. enthalten.</p>
<p>Alles andere wäre laut Erik Thielecke auch finanziell schwer zu stemmen: Rund fünf Millionen Euro zahle die HU jährlich für Strom – und nach derzeitiger Gesetzeslage zahlt für die Mehrkosten der Energiewende hauptsächlich der Endkunde. Immerhin: Atomstrom ist für die öffentliche Ausschreibung ausgeschlossen und fließt somit offiziell nicht in die Steckdosen öffentlicher Einrichtungen Berlins.</p>
<p>Im Kleinen versorgt sich die HU sogar selbst mit Ökostrom: Auf dem Dach der Forschungssporthalle auf dem Campus Nord ist eine Photovoltaikanlage angebracht, die dem Gebäude Solarenergie liefert. Auch in anderen technischen Bereichen wie der Heizart und der energetischen Gebäudesanierung berücksichtigt die HU laut Thielecke ökologische Fragen. Bei der Installation &#8220;grüner&#8221; Neuerungen ist sie jedoch bisher nur teilweise erfolgreich: Bei Neubauten wie dem Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, das ein eigenes Blockheizkraftwerk hat, wird auf ökologische Aspekte geachtet. Beim Ausbau vergleichbarer ökologisch sinnvoller Anlagen tue sich die HU aber generell noch schwer, so Thielecke. Das habe aber vor allem mit dem Denkmalschutz von Altbauten zu tun, der ausgiebigen Sanierungsvorhaben oft im Wege stehe.</p>
<p><strong>Im Kleinen versorgt sich die HU sogar selbst mit Ökostrom. Auf dem Dach der Forschungssporthalle ist eine Photovoltaikanlage angebracht.</strong></p>
<p>Die größte Statusgruppe an der HU bilden die über 30.000 Studierenden. Auch diese vertreten grüne Interessen &#8211; allen voran der grüne Flügel im Studierendenparlament (StuPa), dem ordentlichen Beschlussorgan der verfassten Studierendenschaft. Die Stimme für eine sozialökologische Uni ist die Liste “Grünboldt“. Mit Forderungen nach der Verringerung des Ressourcenverbrauchs und der Reduktion von Kohlendioxidemissionen und Müll ist die Gruppe seit mehreren Legislaturperioden des StuPas erfolgreich. Im vergangenen Jahr mit 17,4 Prozent der Stimmen noch die stärkste Kraft im StuPa, liegen die “Grünboldte“ nach der diesjährigen Wahl auf dem dritten Platz. 11,9 Prozent der Wähler entschieden sich für die grün-alternative Liste. Dieses Ergebnis findet sich auch in der Ausgestaltung des Referent_innenRats (RefRat) wieder. Die studentische Exekutive wird vom StuPa gewählt &#8211; und enthält ein eigenes Referat für Ökologie und Umweltschutz. Johannes Ramsenthaler, Referent auf diesem Posten, sieht die Hauptaufgabe seines Referats besonders in der „Sensibilisierung der Studierenden für den bewussten Umgang mit Ressourcen“. Zusätzlich tritt die Arbeitsgruppe in direkten Kontakt mit den Studierenden und unterstützt Initiativen wie zum Beispiel die „HUBschrauber“. Dabei handelt es sich um eine Fahrradwerkstatt, in der Studierende von Studierenden gezeigt bekommen, wie sie ihr Fahrrad sehr günstig selbst reparieren können, anstatt es einfach wegzuwerfen oder auf umweltschädlichere Transportwege umzusteigen. Ramsenthaler sieht in solchen Projektwerkstätten hohes Potential: Sie würden das Bewusstsein der Studierenden schärfen, frei nach dem Motto: “Learning By Doing“.</p>
<p>Eine Zusammenarbeit mit der Technischen Abteilung der HU, in der Erik Thielecke als Energiebeauftragter tätig ist, besteht derzeit nicht. Dabei mangele es gerade an der Rückbindung zu den Studierenden, so der Universitätsmitarbeiter. Man habe sich vor Jahren zum Beispiel an einer besseren Mülltrennung versucht und zu diesem Zwecke vielerorts in verschiedene Abfallarten unterteilte Müllbehälter aufgestellt. „Die wurden wahllos gefüllt“, erinnert sich Thielecke. Auf dem Campus Adlershof habe eine Forschungsgruppe einmal versucht, durch eine Plakatkampagne ein größeres Bewusstsein für Mülltrennung zu schaffen. In der tatsächlichen Umsetzung habe dies aber nur kurzfristig funktioniert. „Die Mitarbeiter kann ich vielleicht durch Kampagnen noch ganz gut erreichen“, schätzt der Energiebeauftrage ein und fragt sich: „Aber wie erreiche ich 30.000 Studierende?“</p>
<p>Auch an anderen deutschen Universitäten kennt man diese Problematik. Lukas Mengelkamp ist gewähltes Mitglied der Grünen Hochschulgruppe im Studentenparlament der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und Referent für Ökologie im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA). Die Grüne Hochschulgruppe der Universität Bonn ist genau wie “Grünboldt“ Mitglied bei “Campusgrün e.V.“, dem Dachverband grün-alternativer Hochschulgruppen Deutschlands. „In Bonn sind viele Studierende unseren Zielen gegenüber aufgeschlossen und unterstützen diese“, sagt Mengelkamp. Dennoch sei es nicht immer einfach, Interessenten für eine aktive Mitarbeit zu gewinnen. Besonders seit der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge hätten Studierende laut Mengelkamp scheinbar weitaus weniger Zeit, sich neben dem Studium ehrenamtlich zu engagieren.</p>
<p>„Im Vergleich mit anderen Hochschulstandorten würde ich differenzieren zwischen einem generellen passiven Interesse an ökologischen Fragen und einem bewussten Engagement von Studierenden für ein bestimmtes Thema“, stellt Heraldo Hettich, Politischer Geschäftsführer des Bundesverbandes “Campusgrün e.V.“, fest. Die Entscheidung, sich aktiv für ein bestimmtes Thema einzusetzen, hänge oft stark mit den angebotenen Studiengängen an den Hochschulen zusammen. Indikator für eine große Bereitschaft vor Ort sei außerdem die Existenz thematisch eindeutig orientierteter Kulturgruppen wie etwa Gruppen zu fairem Handel, so Hettich.</p>
<p>An der HU gibt es neben den politischen Gruppierungen auch freie Projekte, die sich für ein grünes studentisches Leben einsetzen.</p>
<p><strong>Wir haben uns daran gewöhnt, dass wir in den Supermarkt gehen und dort alle Produkte unabhängig von der Jahreszeit einfach bekommen. </strong></p>
<p>Die Einkaufsgemeinschaft “Food Coop“ ist so ein Projekt. Mitglieder dieser studentischen Initiative bestellen gemeinsam bei Biogroßhändlern und regionalen Anbietern, um nicht auf Lebensmittel zurückgreifen zu müssen, die auf dem Weg in den Supermarkt tausende von Transportkilometern zurücklegen müssen. Auf diese Weise können nebenbei die Preise für sonst teure Biolebensmittel stark reduziert und dem studentischen Geldbeutel angepasst werden.</p>
<p>Holger Brandt studiert Gartenbauwissenschaft an der HU und ist momentan eines der wenigen aktiven Mitglieder von Food Coop. „Wir möchten direkten Kontakt zu Landwirten in der Umgebung aufnehmen“, beschreibt er ein wichtiges Anliegen des Projekts. „Wir haben uns daran gewöhnt, dass wir in den Supermarkt gehen und dort alle Produkte unabhängig von der Jahreszeit einfach bekommen“, bemängelt Brandt. Eine Aufgabe seines Projekts sei es deshalb auch, unter Studierenden ein Bewusstsein für das eigene Konsumverhalten zu schaffen. Transparenz von Seiten des Anbieters hält er bei diesem Vorhaben ebenfalls für wichtig. „In der Mensa werden zwar auch Biolebensmittel angeboten“, gibt Brandt als Beispiel, erklärt jedoch weiter: „Aber es ist eine Verbrauchskultur entstanden, die eigentlich völlig intransparent ist. Was sind das für Lebensmittel?“</p>
<p>Hier setzt auch das Referat für Ökologie und Umweltschutz des RefRats an. Referent Ramsenthaler meint, bei biologisch und ökologisch sinnvollen Angeboten bestehe auch immer eine soziale Fragestellung. „Gesunde Speisen und Getränke müssen für jeden erschwinglich sein“, meint er.</p>
<p>Die Mensen der HU betreibt zwar das Studentenwerk Berlin, daher fallen sie nicht in den Verantwortungsbereich der Universität. Dennoch können Studierende auch hier mitwirken &#8211; insgesamt sieben studentische Vertreter aus staatlich anerkannten Hochschulen Berlins sitzen im Verwaltungsrat des Studentenwerks und haben dort wirksames Stimmgewicht. Zwei davon kommen derzeit von der HU. Mit der Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk ist Ramsenthaler zufrieden. Der Kontakt sei leicht herzustellen und kritische Anfragen fänden gute Resonanz.</p>
<p><strong>Es handelt sich auch um ein systemisches Problem. Politische Alternativen müssen geschaffen werden. </strong></p>
<p>Was es bringt, wenn eine öffentliche Einrichtung wie die HU “grün“ ist, weiß Wolfgang Lucht zu berichten. Er ist Professor am Institut für Geografie der HU und Ko-Leiter des Forschungsbereichs “Erdsystemanalyse“ des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. „Es ist sehr wichtig, dass eine Institution wie die HU sich dieser Herausforderung stellt, um das Bewusstsein zu schärfen, die experimentellen Wege nach vorne mitzugestalten und auch, um einfach ihren eigenen Beitrag zu leisten“, sagt Lucht. Der Klimawandel sei ein so wichtiges Thema, dass auf allen Ebenen darüber nachgedacht werden müsse, was man tun kann, um einen möglichst großen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten. „Es muss überlegt werden, wie man material- und energieeffizienter, umwelt- und ressourcenschonender leben kann“, sagt Lucht. Der HU-Professor ist aber auch der Meinung, solche Einzelbeiträge seien nicht ausreichend. „Es handelt sich auch um ein systemisches Problem“, meint Lucht. Politische Alternativen müssten geschaffen werden. „Das ist etwas, was in Deutschland durch die Energiewende teilweise geschieht, die zwar politisch vielleicht nicht sehr gut unterstützt und eingefädelt wird, aber dennoch ein auf dem richtigen Weg verlaufendes Projekt ist“, schätzt der Wissenschaftler ein.</p>
<p>Allzu schlecht scheint es derzeit um die Bewältigung der “grünen“ Herausforderungen an der HU nicht bestellt zu sein. Zwar muss die Frage nach einer einwandfrei grünen Stromversorgung langfristig geklärt werden und mit dem Zertifikat der Klimaneutralität wird sich die Universität wohl zumindest in naher Zukunft nicht schmücken können. „Dass das noch mehr höheres Ziel als Umsetzung ist, ist uns auch klar“, räumt Erik Thielecke ein. Erste Schritte in Richtung einer ökologisch nachhaltigen Universität habe man allerdings schon unternommen.</p>
<p>Bei der Transparenz dieser Vorhaben besteht jedoch noch Nachholbedarf: Einen jährlichen Umweltbericht, wie er beispielsweise an der Technischen Universität üblich ist, bleibt die HU schuldig &#8211; für Studierende ist es somit problematisch, den ökologischen Stand ihrer Hochschule einzuschätzen. Trotzdem gilt: Nach wie vor ist besonders die Eigeninitiative der Studierenden gefragt, um ihre Hochschule langfristig grüner zu gestalten.</p>
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		<title>Die Bücherverbrennung in Berlin 1933</title>
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		<pubDate>Sun, 12 May 2013 08:45:13 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Geschrieben von Jasper Riemann

Berlin, 12. Mai 2013

Die Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 lässt sich nicht so einfach in die großen Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes einordnen. Vielmehr waren es die Studierenden selbst, die das tragische historische Ereignis vom 10. Mai 1933 durchführten. Am 8. Mai 2013 um 19 Uhr wurde im Foyer der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin die Ausstellung “Die Bücherverbrennung in Berlin 1933. Voraussetzungen, Wirkungen, Folgen“ unter dem Motto “Wer weiterliest, wird erschossen...“ eröffnet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2694" class="wp-caption alignnone" style="width: 387px"><a href="http://www.unauf.de/wp-content/uploads/2013/05/bücherver...jpg"><img class=" wp-image-2694  " title="bücherver.." src="http://www.unauf.de/wp-content/uploads/2013/05/bücherver...jpg" alt="" width="377" height="786" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Privat</p></div>
<p>Geschrieben von Jasper Riemann</p>
<p>Berlin, 12. Mai 2013</p>
<p>Die Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 lässt sich nicht so einfach in die großen Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes einordnen. Vielmehr waren es die Studierenden selbst, die das tragische historische Ereignis vom 10. Mai 1933 durchführten. Am 8. Mai 2013 um 19 Uhr wurde im Foyer der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin die Ausstellung “Die Bücherverbrennung in Berlin 1933. Voraussetzungen, Wirkungen, Folgen“ unter dem Motto “Wer weiterliest, wird erschossen&#8230;“ eröffnet. Mit ihr soll an die Bücherverbrennung auf dem Opernplatz (heute Bebelplatz) vor der Juristischen Fakultät, damals initiiert vom Deutschen Studentenbund und später getragen von der NSDAP, erinnert werden.</p>
<p>Mit hohem zeitlichen Aufwand und detailgenauer Rekonstruktion erstellte eine Kooperation, bestehend aus dem StudentInnenparlament (StuPa) der HU, der Historischen Kommission und der Humboldt- Initiative (HU-I) im Auftrag des StuPa zehn Gedenktafeln und eine Säule, die fortan bis zum siebten Juni im Foyer der Juristischen Fakultät stehen. Auf ihnen werden ein chronologischer Ablauf der Geschichte der Bücherverbrennung, aber auch Biografien und Zeitdokumente einzelner Betroffener ausführlich dargestellt.</p>
<p>In Gedenken an dieses Verbrechen gegen die Toleranz, Freiheit und Menschlichkeit sprachen der Dekan der Juristischen Fakultät, Reinhard Singer, die Referentin für Politisches Mandat und Datenschutz im Referent_InnenRat der HU, Charlotte Thieme, der Vizepräsident für Studium und Internationales, Michael Kämper-van den Boogaart und Bernd Schilfert von der HU-I Gruß- und Dankworte für die Ausstellung aus. Während Singer die unrühmliche Rolle der Universität, insbesondere die „Perversion des Rechts“, und Kämper die geringe literarische Resonanz seitens der verbotenen Autoren unterstrichen, hinterfragten Thieme und Schilfert die Rolle der studentischen Selbstverwaltung heute. Sie beklagten das geringe Mitspracherecht und fehlende Möglichkeiten der Selbstorganisation im Alltag der Studierenden. Interessierte Zuhörer wurden dazu animiert, in die Debatte einzusteigen.</p>
<p>Außerdem tat Diplom-Ingenieur Jürgen Breiter seine Unterstützung kund. Im Jahre 2009 initiierte Breiter als Privatperson zum ersten Mal eine Aktion unter dem Motto „Ein Ort zum Lesen“ auf dem Bebelplatz in Erinnerung an die Bücherverbrennung. Die Stühle, die am 10. Mai 2009 auf dem Bebelplatz standen, waren am Tag der diesjährigen Ausstellungseröffnung teilweise die Stühle der Gäste. Der letzte Redebeitrag kam von dem Rechtshistoriker Ralf Oberndörfer, der die Ausstellung inhaltlich erklärte. Im Anschluss konnten sich die etwa 100 Gäste die Ausstellung anschauen oder bei einem Bier über das historische Ereignis diskutieren.</p>
<p>Die Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 stellt ein symbolhaftes Ereignis der gesellschaftlichen und kulturellen Verdrängung von kritischem und freiem Denken dar. Mit ihr verbanden sich zahlreiche Karrierevernichtungen großer Schriftsteller, die im Konzentrationslager oder im Exil endeten, sowie die zunehmende Radikalisierung der Gesellschaft hin zu Antisemitismus und völkischer Rechts- und Rassenlehre.</p>
<p>Die Ausstellung betont die Tragik, dass es Studierende waren, die die Bücherverbrennung selbstständig durchgeführt haben. Die Universität selbst befand sich zu vielen Teilen bereits in Händen der Nationalsozialisten. Viele bemächtigten sich der Lehrstühle der Rechtswissenschaften, um die völkische Rechtslehre in akademischen Kreisen durchzusetzen. Die Bücherverbrennung bedeutete die Selbstgleichschaltung von Studierenden und Universität.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em> Ausstellungseröffnung: Die Bücherverbrennung in Berlin 1933. Voraussetzungen, Wirkungen, Folgen</em><br />
<em>Motto: „Wer weiterliest, wird erschossen&#8230;“</em><br />
<em>Ausstellung vom 08. Mai bis 07. Juni 2013</em><br />
<em>Öffnungszeiten 8:00-21:30 Uhr</em></p>
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		<title>Märchenhaft</title>
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		<pubDate>Wed, 08 May 2013 08:00:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Studieren]]></category>
		<category><![CDATA[Glosse]]></category>
		<category><![CDATA[UnAufgefordert]]></category>

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		<description><![CDATA[Geschrieben Mara Hofner

Berlin, 08. Mai 2013

Mal angenommen, man geht in die Bibliothek, um wirklich produktiv zu sein. Nicht, um das Gewissen zu beruhigen. Nicht, um sinnlos im Internet zu surfen. Und schon gar nicht, um die neuste Mode auf den Laufstegen zwischen den Bibliotheksschreibtischen zu präsentieren. Wieder zuhause loggt man sich schließlich bei Facebook ein und muss dort dennoch jene wahrlich unwissenschaftliche Bemerkung über sich lesen: „Du bezauberndes, süßes Geschöpf, wie war mir warm und wohl, als ich dich gestern erblickte!“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2646" class="wp-caption alignnone" style="width: 507px"><a href="http://www.unauf.de/wp-content/uploads/2013/04/15_glosse_CarmenVoigt.jpg"><img class=" wp-image-2646   " title="15_glosse_CarmenVoigt" src="http://www.unauf.de/wp-content/uploads/2013/04/15_glosse_CarmenVoigt.jpg" alt="" width="497" height="251" /></a><p class="wp-caption-text">Illustration: Carmen Voigt</p></div>
<p>Geschrieben Mara Hofner</p>
<p>Berlin, 08. Mai 2013</p>
<p>Mal angenommen, man geht in die Bibliothek, um wirklich produktiv zu sein. Nicht, um das Gewissen zu beruhigen. Nicht, um sinnlos im Internet zu surfen. Und schon gar nicht, um die neuste Mode auf den Laufstegen zwischen den Bibliotheksschreibtischen zu präsentieren. Wieder zuhause loggt man sich schließlich bei Facebook ein und muss dort dennoch jene wahrlich unwissenschaftliche Bemerkung über sich lesen: „Du bezauberndes, süßes Geschöpf, wie war mir warm und wohl, als ich dich gestern erblickte!“</p>
<p>Genau das ließ ein Jura-Student auf der “Spotted: HU Berlin Kommode“-Seite von deren anonymen Betreibern veröffentlichen &#8211; verbunden mit der Hoffnung auf eine Antwort seiner Angebeteten. Plumpe Anmachsprüche waren gestern: Der Student von heute postet poetisch.</p>
<p>Irgendwie erinnert dieses absurde Versteckspiel ein wenig an die Geschichte von Aschenputtel, die maskiert ihren Prinzen verzaubert. Nun erwachen seit geraumer Zeit die Märchenwesen auch in so manchem Studierenden und auf den einschlägigen Facebook-Seiten lassen sich die Ergebnisse dieser Verwandlungen bewundern. Ohne Zweifel gestaltet sich die Suche nach Urheber sowie Adressat dieser modernen Poesie mitunter schwierig. Im Gegensatz zu den Internet-Lyrikern hatte Aschenputtels Prinz immerhin einen Schuh als Anhaltspunkt. Auch auf die Unterstützung von sprechenden Tauben konnte er bauen, um seine Angebetete zu finden.</p>
<p>Zwar ist die Bibliothek kein Ballsaal, und Studierende kommen wohl häufiger auf dem Drahtesel angeritten als hoch zu Ross. Trotzdem wäre es doch viel romantischer, mit einem gläsernen Schuh auf der Suche nach Traumpartnerin oder Traumpartner durch die ganze Stadt zu ziehen, als einen Post auf Facebook zu veröffentlichen.</p>
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