Zum dritten Mal in Folge hat die DreamHack dieses Jahr in Leipzig ihre Pforten geöffnet. Auch dieses Jahr strömten Gamer aus aller Welt herbei und füllten die Messehallen. Rund drei Tage lang dreht sich hier alles um das Thema Gaming – von der neusten Hard- und Software, über gewaltige E-Sport-Turniere bis hin zur größten LAN-Party Deutschlands. Wir waren vor Ort und haben uns gefragt, wie es um die Entwicklung und gesellschaftliche Anerkennung von Gaming und E-Sport in Deutschland steht.

E-Sport – das sind professionelle Wettkämpfe, die mithilfe von Computerspielen ausgetragen werden. Am weitesten verbreitet ist E-Sport in Südkorea. Hier werden Wettkämpfe in StarCraft und League of Legends (LoL) vor ausverkauften Stadien ausgetragen, während Millionen Zuschauer die Live-Übertragung vor ihren Bildschirmen mitverfolgen.  Erfolgreiche Spieler werden auf der Straße erkannt, wo sie Autogramme geben und für Fotos posieren. Hier haben sie Weltstar-Status.

Aber auch in Europa wächst die Anerkennung seit ein paar Jahren spürbar. Fußballclubs wie Manchester City, Galatasaray Istanbul oder Schalke 04 haben damit begonnen, eigene E-Sport-Teams aufzustellen. Das Sportmagazin Kicker führt mittlerweile eine eigene E-Sport-Sparte, in der es über Turniere und Teams in Spielen wie FIFA, LoL und Dota 2 berichtet.

Besonders viel Aufmerksamkeit bekam zuletzt Kuro Salehi Takhasomi aus Berlin, der mit seinem Team Liquid  im vergangenen Jahr das Dota2-E-Sport-Turnier The International 2017, dotiert mit elf Millionen US-Dollar (USD), gewonnen hat. Die Herausforderung in westlichen Ländern liegt jedoch vor allem darin, sich von hartnäckigen Klischees zu lösen, die in den vergangenen Jahren von zahlreichen Medien aufgebaut wurden. Outet man sich als Gamer, schwingt zuweilen oft noch ein fader Beigeschmack von verschwitztem Nerd mit, der sich hauptsächlich von Softdrinks und Fast-Food ernährt.

Dass dies gerade im professionellen E-Sport nicht der Fall ist, zeigt das Unterrichtskonzept einer norwegischen Schule, die E-Sport vor wenigen Jahren als Schulfach eingeführt hat. Neben Teamwork im Spiel lernen die Kinder hier, sich gesund zu ernähren, machen Athletik-Training und spezielle Übungen zur Verbesserung der Reflexe. Andere Vorurteile wird der E-Sport jedoch deutlich schwerer los.

Während das Publikum auch auf der DreamHack in Bezug auf Geschlechter sehr ausgeglichen war, werden die Teams der Wettkämpfe bisweilen deutlich von männlichen Teilnehmern dominiert. Immerhin gab es mit Sasha „Scarlett“ Hostyn eine weibliche Teilnehmerin für den Jahresauftakt der StarCraft II World Championship Series (WCS), in der es um Preisgelder von insgesamt 100.000 USD ging. Die DreamHack 2018 ist der Beweis dafür, dass das Interesse an Gaming und die Anerkennung des E-Sports in Deutschland wachsen. Rund 18.500 Besucher haben die Messe besucht und die verschiedenen Turniere live mitverfolgt. Das sind über 3.000 mehr als im Vorjahr. Die DreamHack findet 2018 noch vier Mal in Europa statt und öffnet auch nächstes Jahr wieder ihre Pforten zum Jahresauftakt in Leipzig.