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Illustration: Paulina Hillebrand

Ständig reden wir von Dingen, prescription die wir ausprobieren wollen. Viel zu oft bleibt es bei dem Gedankenspiel. In unserer Rubrik „Einmal im Leben“ ändern wir das.

Yoga? Kennt man. Bier? Ja, cialis trinke ich gern. Diese beiden Dinge miteinander kombinieren? Äußerst ungewöhnlich. Ausprobiert habe ich es trotzdem und bin zum Treptower Park gefahren und mit meiner Matte unterm Arm zu einem Biergarten an der Spree gelaufen. Ja, zum Biergarten. Irgendwo muss das Bier ja herkommen. Ich holte mir auf Anweisung zwei Flaschen an der Bar und war bereit. Wofür, wusste ich nicht, aber ich ließ mich überraschen. Jhula, die das Bier-Yoga Projekt ins Leben gerufen hat, leitet auch die Stunde.

Wir machten es uns mit unseren Matten auf dem Holzboden bequem. Die Atmosphäre war locker, was auch an der Touristengruppe gelegen haben mag, die eher zufällig den Weg zu uns gefunden hatte und sich der Herausforderung spontan in Jeans stellte. Das Bier vor die Matte gestellt, die Hände zur Seite ausgestreckt, tief eingeatmet. Es ging los. Es wurde gleich viel gelacht, was ich sonst aus meinen Yoga Stunden nicht kenne. Die Übungen nahm Jhula jedoch ganz schön ernst, was für noch mehr Belustigung unter den Teilnehmern sorgte, bei denen manche Verrenkungen so gar nicht klappen wollten. Ich war skeptisch. Yoga ohne Ruhe – was bringt das? Hinzu kam das krachende Rattern der S-Bahn, die genau hinter uns fuhr.

Als dann aber die erste Übung kam, bei der ich in ungünstiger Körperhaltung den ersten Schluck Bier trank, musste auch ich lachen, denn das war gar nicht so einfach. Ich fand aber Gefallen daran! Das Highlight waren die Partnerübungen. Statt im Biergarten nur sitzend einen zu heben, werden die Füße aneinander gepresst in die Höhe gehalten. Auch nach zwei Bier soll man die Balance noch auf einem Bein halten. Oder klappt es gerade deshalb so gut?

Die Kombination aus Bier und Yoga scheint mir für Yoga-Interessierte als Schnupperkurs empfehlenswert. Die, die es mit der inneren Ruhe besonders ernst nehmen, fühlen sich hier wohl eher fehl am Platz. Am Ende haben wir noch gelernt eine Bierflasche auf dem Kopf zu balancieren. Was das später im Leben mal nutzt, kann man nie wissen.

Von Vivian Charleen Kübler