nachts
Geschrieben von Sannah Jahncke (21, Deutsche Literatur und Kulturwissenschaft an der HU Berlin)
Berlin, 11. Juli 2012
in meinem haar dröhnt ein applaus
ich weiß nicht von welchem stück
prosa liegt mir nicht
durch die tür
winkt die hyazinte, verrückt vom schlaf
murmelt: eli eli…
jeder lichtschatten ist ein gefährte
auf dem weg durch die kastanienallee
im white noise sind noch stromschläge
zu vernehmen
die ubahn schläft vor dem haus- müder krieger
kopflos, unter weißem standlicht
im schein des kerzenwachs, adleräugig
lese ich griechische aphorismen
aus dem boden tritt wolle
eine besondere art staub, im schatten des bettes
hysterische wörter reihen sich aneinander
prosa liegt mir nicht
topfpflanzen nicken mir zu
die asche glüht ab, fällt eine umlaufbahn lang
und verglimmt schließlich im flug
prosa liegt mir nicht


