Filmzeit an der Humboldt-Universität zu Berlin
Geschrieben von Miriam Nomanni
Berlin, 30. November 2011
Die Angst ist der jungen Frau ins Gesicht geschrieben. Sie ist verzweifelt und weiß nicht, wie ihr Leben weitergehen soll. Ihr Name ist Maria und sie ist die Protagonistin eines Films, den die Zuschauer im Relais der Humboldt-Universität zu Berlin gespannt verfolgen. Es ist Mittwochabend und damit wieder „Filmzeit“ im Relais, Monbijoustraße 3. Seit Anfang des Semesters werden dort kostenlos filmische Schätze weitab von normalen Kassenschlagern gezeigt und jeweils im Anschluss an die Veranstaltung diskutiert.
Macher und Initiatoren sind Sabrina Schröder (30) und Constantin Hühn (21) von der Fachschaft Kulturwissenschaft. „Wir wollen Filme mit Tiefe zeigen und eine Plattform bieten, um danach – oft auch mit Begleitung von Experten aus den jeweiligen Fachbereichen – darüber zu sprechen und die verschiedenen Aspekte des Gesehenen zu beleuchten“, erklärt Constantin. Dadurch entstehe die ein oder andere äußerst interessante und zuweilen auch hitzige Diskussion, fügt er hinzu.
Die Idee für dieses Projekt entstand während einer Fachschaftssitzung, als Sabrina von ihrer bereits geplanten Filmreihe über Lateinamerika berichtete: „Ich hatte schon alles organisiert, aber leider konnte ich die Reihe nicht wie geplant öffentlich vorführen“. Constantin, der sich sehr für Dokumentationen interessiert und ebenfalls mit dem Gedanken spielte, Filmvorführungen zu organisieren, war sofort begeistert. Bald darauf hatten die beiden ein Konzept mit insgesamt 14 Filmen und Dokumentationen entwickelt und kauften die nötigen Lizenzen. Ein mutiger Schritt, denn eine Finanzierung war nicht von Anfang an gegeben und man wollte von den Cineasten keinen Eintritt verlangen. Heute werden sie von der Fachschaft Kulturwissenschaft und dem Referent_innen Rat unterstützt, sind aber dennoch unabhängig.
In zwei Spielfilmreihen zeigen die beiden Initiatoren Filme zu Lateinamerika und Essen im Kino. Abwechselnd dazu ergänzen sie das Programm mit Dokumentationen zu dem Themengebiet „Nachhaltig leben“. Alle Formate werden im Originalton und gegebenenfalls mit deutschem Untertitel gezeigt, um „die Authentizität zu erhalten“, erklären Sabrina und Constantin. Gegen ein kleines Entgelt können Getränkte vor Ort erstanden werden.
Dora Ivan, Studentin der Kulturwissenschaft, zeigt sich von dem Projekt begeistert: „Ich bin jetzt schon drei Mal dabei gewesen. Es lohnt sich einfach herzukommen, wenn man gern Filme schaut.“ 40 Besucher können im Relais einen Platz finden, bis jetzt lag der Rekord bei 20 Zuschauern. Constantin resümiert: „Wir sind wirklich zufrieden, aber natürlich wäre es schön, wenn noch mehr Studenten aus allen Fachbereichen ihren Weg zu uns fänden, damit wir auch fachübergreifend diskutieren können.“ Es sei in Berlin nicht einfach, ein solches Projekt durchzusetzen, da es so viele tolle Angebote gebe. Darum seien Mitstreiter unbedingt willkommen. Sabrina führt fort: „Wir freuen uns über jeden, der mitmachen möchte, da wir eine mögliche Fortsetzung im nächsten Semester planen.“
Infos gibt es unter Facebook: Filmzeit an der HU Berlin oder unter filmzeit@gmx.de
Das Programm für die nächsten Wochen, immer mittwochs 20 Uhr c.t.:
07.12.2011: Sin nombre (96 min)
14.12.2011: Die 4. Revolution – Energy Autonomy (83 min)
04.01.2012: Como agua para chocolate/ Bittersüße Schokolade (108 min)
11.01.2012: Plastic Planet (95 min)
18.01.2012: Eat Drink Man Woman (119 min)
25.01.2012: Unser täglich Brot (92 min)
01.02.2012: Eden (98 min)
08.02.2012: Home (133 min)



1 Kommentar
Sabrina Schröder
12. Dezember 2011Hallo Miriam,
danke für den Artikel.
Liebe Grüße
Sabrina